Vorhofflimmern mit niedrigem Risiko: Weniger Demenz und Schlaganfälle unter oraler Antikoagulation

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Könnten Patienten mit VHF ohne eindeutige Indikation für ein orales Antikoagulans (OAC) aufgrund eines vermeintlich geringen Schlaganfallrisikos von einer OAC-Behandlung profitieren? Dieser Frage gingen Wissenschaftler um Leif Friberg vom Stockholmer Karolinska-Institut nach. In ihre retro­spektive Studie zu über Kreuz gematchten nationalen Registern wurden alle 456.960 Personen in Schweden mit der Krankenhausdiagnose „VHF“ aus den Jahren 2006–2014 einbezogen.

Ausgeschlossen wurden Patienten mit einem CHA2DS2-VASc-Ausgangswert >1 (ohne Berücksichtigung des Faktors weibliches Geschlecht) und Patienten mit vorausgegangener Diagnose von Demenz oder intrakraniellen Blutungen. Nach diesen Ausschlüssen verblieben 91.254 Patienten in der Studie, von denen 43 % eingangs OAC verwendeten. Wie Friberg und Kollegen beobachteten, war die OAC-Therapie nach Berücksichtigung des Todes als konkurrierendes Risiko mit einem geringeren Risiko für Demenz assoziiert (subHazard Ratio [sHR] 0,62 mit 95 %-KI 0,48–0,81).

In Bezug auf den kombinierten Endpunkt zum Schutz des Gehirns war die OAC-Therapie mit einem um insgesamt 12 % niedrigeren Risiko verbunden (sHR 0,88; 95 %-KI 0,77–1,00). Allerdings sei dieser offensichtliche Nutzen auf Patienten > 65 Jahren beschränkt gewesen, während die OAC-Behandlung von Patienten < 60 Jahren ohne Risikofaktoren mehr Schaden als Nutzen zu verursachen schien, unterstreichen die Autoren. VHF-Patienten mit geringem Risiko, die OAC einnehmen, hätten ein geringeres Risiko für Demenz als Patienten ohne OAC, bilanzieren sie. Patienten > 65 Jahre schienen unabhängig vom Schlaganfallrisiko von einem OAC zu profitieren. (sf)

Autoren: Friberg L et al.
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Studie: Less dementia and stroke in low-risk patients with atrial fibrillation taking oral anticoagulation
Quelle: Eur Heart J 2019;40(28):2327–2335.
Web: dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehz304