Vorhofflimmern mit niedrigem Risiko: Weniger Demenz und Schlaganfälle unter oraler Antikoagulation20. November 2019 © freshidea – stock.adobe.com Könnten Patienten mit VHF ohne eindeutige Indikation für ein orales Antikoagulans (OAC) aufgrund eines vermeintlich geringen Schlaganfallrisikos von einer OAC-Behandlung profitieren? Dieser Frage gingen Wissenschaftler um Leif Friberg vom Stockholmer Karolinska-Institut nach. In ihre retrospektive Studie zu über Kreuz gematchten nationalen Registern wurden alle 456.960 Personen in Schweden mit der Krankenhausdiagnose „VHF“ aus den Jahren 2006–2014 einbezogen. Ausgeschlossen wurden Patienten mit einem CHA2DS2-VASc-Ausgangswert >1 (ohne Berücksichtigung des Faktors weibliches Geschlecht) und Patienten mit vorausgegangener Diagnose von Demenz oder intrakraniellen Blutungen. Nach diesen Ausschlüssen verblieben 91.254 Patienten in der Studie, von denen 43 % eingangs OAC verwendeten. Wie Friberg und Kollegen beobachteten, war die OAC-Therapie nach Berücksichtigung des Todes als konkurrierendes Risiko mit einem geringeren Risiko für Demenz assoziiert (subHazard Ratio [sHR] 0,62 mit 95 %-KI 0,48–0,81). In Bezug auf den kombinierten Endpunkt zum Schutz des Gehirns war die OAC-Therapie mit einem um insgesamt 12 % niedrigeren Risiko verbunden (sHR 0,88; 95 %-KI 0,77–1,00). Allerdings sei dieser offensichtliche Nutzen auf Patienten > 65 Jahren beschränkt gewesen, während die OAC-Behandlung von Patienten < 60 Jahren ohne Risikofaktoren mehr Schaden als Nutzen zu verursachen schien, unterstreichen die Autoren. VHF-Patienten mit geringem Risiko, die OAC einnehmen, hätten ein geringeres Risiko für Demenz als Patienten ohne OAC, bilanzieren sie. Patienten > 65 Jahre schienen unabhängig vom Schlaganfallrisiko von einem OAC zu profitieren. (sf) Autoren: Friberg L et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Less dementia and stroke in low-risk patients with atrial fibrillation taking oral anticoagulationQuelle: Eur Heart J 2019;40(28):2327–2335.Web: dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehz304