Vorhofflimmern: Nachtschichtarbeit erhöht Risiko27. Januar 2022 © Gorodenkoff – stock.adobe.com (Symbolbild) Das Ziel der Studie von Ningjian Wang vom Shanghai Ninth People’s Hospital (China) und Kollegen war es, zu testen, ob aktuelle und vorherige Nachtschichtarbeit mit Vorhofflimmern (VHF) assoziiert sind. Außerdem sollte geklärt werden, ob dieser Zusammenhang durch genetische Anfälligkeit modifiziert wurde. Die Forscher stellten fest, dass sowohl eine aktuelle als auch vorherige Nachtschichtarbeit mit einem erhöhten VHF-Risiko verbunden war, unabhängig vom genetischen VHF-Risiko. Die Kohortenstudie umfasste 283.657 angestellte oder selbstständige Teilnehmer ohne VHF, darunter 276.009 Teilnehmer, die zu Studienbeginn in der UK Biobank keine koronare Herzkrankheit (KHK), keinen Schlaganfall und keine Herzinsuffizienz (HF) hatten. Die Forscher holten Informationen über eine aktuelle oder vorherige Nachtschichtarbeit ein. Als sekundären Endpunkt bestimmten sie die Assoziationen von Nachtschichtarbeit mit KHK, Schlaganfall und HF. Zur Analyse der Daten verwendeten sie proportionale Cox-Gefährdungsmodelle und berechneten den gewichteten genetischen Risikoscore für VHF. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 10,4 Jahren wurden 5777 VHF-Fälle dokumentiert. Von „Tagesschichten“, „Schicht, aber nie/selten Nachtschichten“, „einige Nachtschichten“ bis hin zu „üblichen/ständigen Nachtschichten“ gab es einen signifikant steigenden Trend beim VHF-Risiko (p=0,013). Übliche/ständige Nachtschichten waren mit dem höchsten VHF-Risiko verbunden (HR 1,16; 95%-KI 1,02–1,32). Verglichen die Wissenschaftler die Schichtarbeitszeiten einer Person mit denen von Schichtarbeitern, die nie nachts gearbeitet hatten, wiesen Teilnehmer mit einer Dauer von >10 Jahren und einer durchschnittlichen Häufigkeit der Nachtschichtarbeit von 3–8 Näch-ten/Monat ein höheres VHF-Risiko auf (HR 1,18; 95%-KI 0,99–1,40 bzw. HR 1,22; 95%-KI 1,02–1,45). Die Assoziationen zwischen aktuellen und vorherigen Nachtschichten und VHF veränderten sich durch die genetische VHF-Prädisposition nicht. Übliche/ständige aktuelle Nachtschichten, Nachtschichten über ≥10 Jahre und 3–8 Nächte/Monat waren signifikant mit einem höheren Risiko für koronare Herzkrankheit (KHK) assoziiert (HR 1,22; 95%-KI 1,11–1,35 bzw. HR 1,37; 95%-KI 1,20–1,58 und HR 1,35; 95%-KI 1,18-1,55). Dieselben Assoziationen waren hingegen für Schlaganfall und HF nicht signifikant. Ob eine Verringerung der Häufigkeit und Dauer der Nachtschichten einen Weg zur Verbesserung der Herzgesundheit bietet, bedarf laut den Autoren allerdings noch weiterer Untersuchungen. Fazit Sowohl eine aktuelle als auch eine vorherige Nachtschichtarbeit war mit einem erhöhten VHF-Risiko verbunden, unabhängig vom genetischen VHF-Risiko. Die Exposition in der Nachtschicht erhöhte auch das KHK-Risiko, aber nicht Schlaganfall oder HF. (sh) Autoren: Wang N et al. Korrespondenz: Ningjian Wang; [email protected] Studie: Long-term night shift work is associated with the risk of atrial fibrillation and coronary heart disease Quelle: Eur Heart J 2021;42(40):4180–4188. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehab505
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