Vorstand der KVB kritisiert Spahns Pläne zur Notfallversorgung24. Dezember 2018 Foto: © kamasigns – Fotolia.com Mit deutlicher Kritik reagierte der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) auf die gestern in Berlin vorgestellten Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Neuregelung der Versorgung medizinischer Notfälle. So sollen nach den Vorstellungen des Bundesgesundheitsministers künftig unter anderem die Leitstellen von Rettungsdienst und Ärztlichem Bereitschaftsdienst zusammengelegt und integrierte Notfallzentren an den Kliniken eingerichtet werden. Aus Sicht des Vorstands der KVB konterkarieren diese Pläne die erfolgreiche Neuordnung des Bereitschaftsdienstes in Bayern und bürden den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten ein hohes Kostenrisiko auf. Der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – sagte dazu in München: „Es grenzt an Betrug an der Ärzteschaft, was Herr Spahn und seine Beamten sich hier ausgedacht haben. Anstatt die funktionierende Versorgung von schweren Erkrankungen über den Rettungsdienst und leichteren Fällen über den Bereitschaftsdienst weiter zu entwickeln, wird nun alles über einen Kamm geschoren. Es ist davon auszugehen, dass dadurch die Kosten deutlich steigen werden, ohne dass die Versorgung der Patienten sich wesentlich verbessern wird.“ Der Vorstand der KVB erinnerte daran, dass mit der im November abgeschlossenen Weiterentwicklung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Bayern ein Meilenstein in der ambulanten Versorgung erreicht worden sei. Es gebe nun bayernweit ein flächendeckendes Netz an zentral gelegenen Bereitschaftspraxen sowie einen separaten Fahrdienst für medizinisch notwendige Hausbesuche. In Abstimmung mit den beteiligten Krankenhäusern könne so eine effiziente Behandlung ambulant zu behandelnder Notfälle gewährleistet werden. Wenn nach der nun vom Bundesgesundheitsministerium vorgesehenen Grundgesetzänderung künftig der Krankenhausplanungsausschuss über die Einrichtung neuer Notfallzentren zu entscheiden hat, dann droht nach Meinung der KVB ein massiver Mehraufwand für die niedergelassenen Haus- und Fachärzte. Diese müssten nicht nur für die Finanzierung der neuen Einrichtungen aufkommen, sondern auch die zusätzliche Dienstbelastung tragen. „Das Spahn’sche Vorhaben ist ein Niederlassungshindernis allererster Kategorie und ein Musterbeispiel dafür, wie man mit Überregulierung unser Gesundheitswesen immer weiter beschädigt“, so das Fazit des Vorstands der KVB.
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