Vulvodynie: Eine Krankheit, über die gesprochen werden muss14. August 2025 Mit Fotografien wie dieser möchte Celia Joy Homann auf die bislang wenig bekannte Schmerzerkrankung Vulvodynie aufmerksam machen. (Foto hochkant: ©Celia Joy Homann; bearbeitet zur Darstellung im Querformat durch die Redaktion) Mit einem Fotoprojekt setzt sich die Fotografin Celia Joy Homann für mehr Sichtbarkeit und Aufklärung zur Vulvodynie ein. Unterstützt wird sie dabei vom Sonderforschungsbereich Treatment Expectation der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Die Krankheit ist in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, und die Betroffenen kämpfen um Anerkennung und adäquate Unterstützung. Für die dauerhaften Schmerzen im Intimbereich zu sensibilisieren und zu enttabuisieren, dafür setzt sich die Fotografin Homann ein. In ihrer fotografischen Arbeit widmet sie sich der noch wenig bekannten Diagnose Vulvodynie. Ihre Bilder machen einen Schmerz sichtbar, der in unserer Gesellschaft kaum benannt wird. Durch intime Porträts und atmosphärische Bildwelten entsteht ein visueller Raum, in dem das Unsichtbare eine greifbare Form annimmt. Ziel der Arbeit ist es, Bewusstsein zu schaffen und das Tabu rund um chronische Schmerzen im Intimbereich zu durchbrechen. Bislang wenig bekanntes Krankheitsbild Zwischen fünf und zehn Prozent aller Frauen leiden im Laufe ihres Lebens unter unerträglichen Schmerzen im äußeren Genitalbereich, was selbst alltägliche Aktivitäten wie Fahrradfahren oft unmöglich macht. Die Beschwerden reichen von Brennen über Stechen bis hin zu Jucken oder Trockenheit. In Deutschland bleibt die Diagnose oft jahrelang unerkannt. Betroffene erleben nicht nur körperliche, sondern auch psychosoziale Belastungen. Wenn die Diagnose schließlich gestellt wird, stehen viele Betroffene vor der Aufgabe, sich selbst intensiv über die Krankheit zu informieren, da sie auf ihrem Heilungsweg häufig auf sich allein gestellt sind. Zwar existiert ein multimodaler Behandlungsansatz, doch seine Wirksamkeit ist so individuell, dass unklar bleibt, was letztlich Linderung verschafft. Ziel der Ausstellung und Examensarbeit von Celia Joy Homann ist es, den Betrachter zu sensibilisieren, einen Beitrag zur Enttabuisierung von Schmerzen im Intimbereich zu leisten und Behandlungen, vor allem die Kommunikation zwischen Therapeutin oder Therapeut und Patientin, zu verbessern. Unterstützung aus der Schmerzmedizin Der Sonderforschungsbereich SFB/TRR 289 Treatment Expectation, der Placebo- und Nocebeffekte sowie Therapieansätze erforscht, unterstützt die Arbeit von Homann. Ihr künstlerisch fotografischer Ansatz beschreibe eine neue Dimension, Information über chronische Schmerzen zu transportieren und aufzuklären, heißt es es von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.Prof. Ulrike Bingel, Neurologin und Leiterin der Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Essen und Sprecherin des Sonderforschungsbereichs, begrüßt den neuen Ansatz, „denn die Vulvodynie braucht, wie jede chronische Schmerzerkrankung, mehr Öffentlichkeit – im medizinischen Umfeld und im privaten Bereich“. Inzwischen hat sich die Informationslage zwar verbessert und es gibt sogar einen „Deutschen Vulvodynie-Tag“, dennoch bleibt die Krankheit in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, und die Betroffenen kämpfen weiterhin um Anerkennung und adäquate Unterstützung. Mehr Aufklärung und bessere Kommunikation sind hier entscheidend. Gerade eine unsensible Kommunikation oder falsche Informationen können negative Erwartungen in Bezug auf eine Therapie fördern. Und dann können Noceboeffekte wirken und sich nicht nur psychologisch, sondern auch körperlich, negativ auf das Krankheitsgeschehen und den Therapieerfolg auswirken. Gespräche mit Betroffenen und Experten Homann hat für ihre Arbeit mit Betroffenen und Experten gesprochen. Janine Batale, Sexualtherapeutin in Gelsenkirchen, weiß: „Häufig eint die betroffenen Frauen, dass sie sich von ihrer Vulva entzweien und das Vertrauen in ihren Körper verlieren: Sie ärgern sich über ihn und erleben ein Gefühl der Entfremdung.“ Die Ausstellung ist vom 23. bis 30. August 2025 in dem Raum „Annelise”, Gneisenaustraße 30, von Dortmund Kreativ zu sehen. Die Vernissage findet am 23.08. ab 19 Uhr statt. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Fotobuch mit Interviews von Betroffenen sowie Beiträgen von Ärztinnen und Ärzten aus verschiedenen therapeutischen Fachbereichen.
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