Wahrendorff Klinikum eröffnet VR-Ambulanz gegen Angststörungen

Mareike Meinhard (l.), die Leiterin der Spezialambulanz, mit einer Patientin während einer individuell angepassten VR-Therapie (Foto: Wahrendorff/Renke Detering)

Um Menschen mit Angststörungen gezielt zu helfen, hat das Wahrendorff Klinikum Köthenwald eine Virtual-Reality(VR)-Ambulanz eröffnet. Das Angebot richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren mit spezifischen oder sozialen Ängsten.

„Mit der VR-Technologie simulieren wir lebensechte Situationen, die wir individuell anpassen und kontrollieren können“, erklärt Prof. Marc Ziegenbein, Ärztlicher Direktor des Klinikums. „Unsere Patientinnen und Patienten begegnen ihren Angstauslösern mit einer VR-Brille in einem sicheren Umfeld und entwickeln mit Unterstützung unserer Fachkräfte neue Bewältigungsstrategien.“

Das Klinikum arbeitet seit 2023 mit der VR-Therapie und setzt unter anderem auf die bewährte neomento-Virtual-Reality-Therapie, die am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und der Charité in Berlin entwickelt wurde. Die Simulationen decken viele Alltagssituationen ab: Blutabnahmen, Vortragssituationen, Fahrstühle oder Flugreisen. Die Exposition erfolgt individuell angepasst und unter therapeutischer Begleitung.

„Eine Behandlung mit der Hilfe von virtuellen Realitäten hat den großen Vorteil, dass angstbesetzte Situationen nicht aufwendig aufgesucht oder nachgestellt werden müssen und die Behandlung dennoch sehr effektiv ist“, erläutert Mareike Meinhard, verantwortliche Psychologische Psychotherapeutin in der VR-Ambulanz. „Unsere Patientinnen und Patienten machen in der virtuellen Realität positive Erfahrungen, lernen neue Ansätze kennen und setzen sich in einem geschützten Rahmen mit ihren Ängsten auseinander. “

Die VR-Therapie wird durch ein Biofeedback-Protokoll ergänzt. Hierdurch können körperliche Reaktionen während der Behandlung anschaulich zurückgemeldet werden.

Kostenübernahme und Selbstzahler-Angebote

Die Kostenübernahme ist durch private Krankenversicherungen möglich. Diese übernehmen die Kosten der VR-Therapie in der Regel, wenn eine anerkannte Angststörung vorliegt und eine ärztliche Indikation besteht. Darüber hinaus können Patienten das Angebot als Selbstzahlerleistung nutzen.