Wann die Therapie bei Scabies versagt28. Mai 2019 © Syda Productions – fotolia.com Bei der Behandlung der Krätze kommt es in etwa einem Drittel aller Fälle zu einem Therapieversagen, das von den Autoren einer aktuellen Studie als ausschlaggebender Faktor für die Inzidenz der Erkrankung in Industrieländern angeführt wird. Ziel war die Identifikation von Prädiktoren für ein Therapieversagen bei Scabies in ambulanter Behandlung. Im Rahmen der Studie verglichen die Autoren die klinischen Merkmale und Behandlungsmodalitäten zwischen einer Gruppe erfolgreich behandelter Patienten und einer weiteren Gruppe, die 3 Monate nach Therapiebeginn nicht als geheilt galt. Insgesamt 210 Patienten mit Scabies wurden inkludiert; die erfolgreich behandelte Gruppe umfasste 98 Patienten, die Gruppe, bei der ein Therapieversagen vorlag, 112 Patienten. Die vornehmlichen Risikofaktoren für ein Therapieversagen waren: – Eine singuläre Behandlungsmethode, entweder topisches Benzylbenzoat oder orales Ivermectin im Gegensatz zu einer Kombinationstherapie aus beiden Wirkstoffen (Chancenverhältnis [OR] 2,15; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,22–3,77). – Eine einzelne Einnahme von Ivermectin gegenüber zwei Einnahmen (OR 10,2; 95%-KI 4,49– 23,2). – Die Einnahme von Ivermectin zu einer Mahlzeit gegenüber der Einnahme auf nüchternen Magen (OR 4,31; 95%-KCI 1,89–9,84). – Das Unterlassen einer Dekontamination von Einrichtungsgegenständen (OR 8,72; 95%-KI 3,50–21,8), insbesondere von Sofa oder Kissen (OR 5,90; 95%-KI 2,34–14,9), Matratzen (OR 4,16; 95%-KI 1,35–12,8) und Autositzen (OR 6,57; 95%-KI 3,27–13,2). – Das Fehlen einer schriftlichen Anweisung/Erklärung zu den Behandlungsmodalitäten (OR 5,18; 95%-KI 2,57–10,4). Die multivariate Analyse ergab, dass besonders die einmalige gegenüber der zweimaligen Einnahme von Ivermectin (OR 6,62; 95%-KI 2,71–16,2), die alleinige Anwendung von Benzylbenzoat gegenüber der zweimaligen Einnahme von Ivermectin (OR 3,51; 95%-KI 1,55–7,95) und das Unterlassen einer Dekontamination von Einrichtungsgegenständen mit Akariziden (OR 5,81; 95%-KI 1,96–16,7) mit einem Therapieversagen assoziiert sind. Fazit Als Prädiktoren für ein Therapieversagen gelten damit besonders die alleinige Anwendung von Benzylbenzoat sowie die einmalige statt zweimalige Einnahme von Ivermectin. (am) Autor: Aussy et al. Korrespondenz: Department of Dermatology, Rouen University Hospital, University of Rouen Normandie, Rouen, Frankreich Studie: Risk factors for treatment failure in scabies: a cohort study Quelle: Br J Dermatol 2019;180(4):888–893. Web: https://doi.org/10.1111/bjd.17348