Wartezeit auf Facharzttermine über Terminservicestellen beträgt im Durchschnitt 8,6 Tage27. Februar 2026 Zi-Grafik des Monats: Anzahl der 2025 über die Terminservicestellen der 116117 gebuchten Facharzttermine (in Tausend) und mittlere Wartezeit (in Tagen; jeweils nach Fachgruppen differenziert). Datenbasis: 116117-Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigungen (2025). Grafik: Zi Eine aktuelle Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt, dass Patienten auf Facharzttermine, die über die Terminservicestellen vermittelt werden, durchschnittlich 8,6 Tage warten. Das Zi mahnt daher, die zusätzliche Vergütung hierfür nicht zu streich, denn dies würde die Wartezeit verlängern. Die gesundheitspolitische und mediale Diskussion um vermeintlich lange Wartezeiten gesetzlich Versicherter auf Facharzttermine ist erneut voll entbrannt. Doch entspricht dieses Bild auch der Realität? Um auf diesem Feld Licht ins Dunkel zu bringen, hat das Zi Daten des 116117-Terminservices für das Jahr 2025 im Hinblick auf Wartezeiten bei vermittelten Terminen analysiert. Die 116117 ist die bundesweit einheitliche Rufnummer und der digitale Patientenservice www.116117.de das zentrale Online-Portal der Kassenärztlichen Vereinigungen. 90 Prozent der Termine in höchstens 17 Tagen Es zeigt sich: Insgesamt konnten im letzten Jahr 1,84 Mio. Termine vergeben werden, die auch im Nachhinein nicht von den Patienten abgesagt worden sind. Die durchschnittliche Wartezeit betrug 8,6 Tage. 91 Prozent der Versicherten konnten in weniger als 28 Tagen vermittelt werden. Die ausgewerteten Daten zeigen, dass auch bei Terminen in der üblicherweise stark nachgefragten Radiologie, auf die etwa 400.000 Buchungen entfielen, eine durchschnittliche Wartezeit von lediglich 7 Tagen anfiel. In der Radiologie sind 90 Prozent der Patientinnen und Patienten in höchstens 17 Tagen vermittelt worden. In der Psychotherapie wurde ein ähnliches Volumen der vermittelten Termine wie in der Radiologie dokumentiert, die durchschnittliche Wartezeit lag hier sogar nur bei 6 Tagen. „Die 116117-Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen bereits jetzt, wie effiziente Patientensteuerung, qualifizierte Ersteinschätzung und kurzfristige Terminvergabe ohne lange Wartezeiten funktionieren“, kommentiert der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. „Eine durchschnittliche Wartezeit von nur 8 Tagen und eine Quote von über 90 Prozent vermittelter Facharzt- und Psychotherapietermine in weniger als 4 Wochen sprechen eine überaus deutliche Sprache. Der Umstand, dass über 1,4 Millionen gemeldeter Termine im vergangenen Jahr nicht vermittelt werden konnten, weil diese von Versicherten nicht nachgefragt wurden, zeigt erneut, dass in diesem Terminbuchungsportal noch deutlich mehr Potenzial liegt – wenn es denn in Zukunft noch intensiver genutzt wird und die Vergütungsanreize bestehen bleiben.“ Kurze Wartezeiten im Vergleich mit anderen Ländern Auch die aktuelle Versichertenbefragung des GKV-Spitzenverbands zeige deutlich, dass im Jahr 2025 jeder vierte gesetzlich Versicherte lediglich 2 Tage auf einen Facharzttermin warten musste und jeder Zweite nur 10 Tage, so von Stillfried weiter. Länger als 30 Tage hätten nur 10 Prozent der Versicherten auf ihren Termin gewartet. Unklar bliebe in der Befragung, ob diejenigen, die aus ihrer Sicht zu lang warten mussten, auch versucht hätten, einen Termin über die 116117 zu erhalten. Zudem sei nicht jeder Termin auch zeitkritisch. Mittelfristig planbare Vorsorgetermine und nicht sofort behandlungsbedürftige Fälle könnten auch deutlich später durchgeführt werden. „Im Vergleich mit dem Ausland führen wir eine Diskussion in sehr komfortabler Ausgangslage. Denn in fast allen anderen Ländern dieser Welt sind die Wartezeiten auf Arzt- und Psychotherapietermine wesentlich länger. Selbst in dem als Vorbild für die zukünftige Organisation der Gesundheitsversorgung oft zitierten Land Norwegen warteten Patientinnen und Patienten nach einer Überweisung deutlich länger auf einen Facharztkontakt als in Deutschland. So mussten sich norwegische Patientinnen und Patienten im zweiten Tertial 2025 im Schnitt 63 Tage gedulden, bis sie einen fachärztlichen Behandlungstermin wahrnehmen konnten. Dabei mussten 7,5 Prozent der Hilfesuchenden länger warten als die medizinische Priorisierung des individuellen Versorgungsbedarfs dies erlaubte. Erst nach Überschreitung dieser Frist greift das norwegische Pendant der 116117. Und das, obwohl Norwegen pro Kopf über mehr Ärztinnen und Ärzte verfügt als Deutschland“, machte der Zi-Vorstandsvorsitzende deutlich. „Vergütungsvoraussetzungen erhalten“ „Wer die vergleichsweise geringen Wartezeiten in Deutschland nicht ohne Not verlängern möchte, sollte darauf achten, dass der derzeitige, durchaus schnelle Zugang und die hierfür notwendigen Vergütungsvoraussetzungen erhalten bleiben. Wenn Verantwortliche aus Politik und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) fordern, dass die im Rahmen von Terminservicestellen- oder Hausarztvermittlungsfällen extrabudgetär vergüteten Leistungen gestrichen werden, geht dies genau in die falsche Richtung.“ (ms/BIERMANN)
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