Warum fangen Nichtraucher mit dem Vapen an? Persönlichkeitsmerkmale und Faktoren der psychischen Gesundheit im Fokus7. März 2024 Warum greifen Erwachsene, die bisher nicht geraucht haben, zu E-Zigaretten? Laut einer neuseeländischen Studie sagen drei Merkmale, die Persönlichkeit und psychische Gesundheit betreffen, den Vaping-Konsum verlässlicher voraus als viele soziodemografische Faktoren. (Foto: © Pixel-Shot/stock.adobe.com) Forschende von der University of Otago (Neuseeland) haben drei psychologische Faktoren entdeckt, die vorhersagen könnten, ob ein Nichtraucher zum Vaper wird. Die in der Fachzeitschrift „Drug and Alcohol Review“ veröffentlichte Studie beschreibt, wie Merkmale im Zusammenhang mit der Persönlichkeit und der psychischen Gesundheit erwachsener Nichtraucher Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit zulassen, dass sie mit dem Konsum von Vaping-Produkten beginnen. Tamlin Conner (Foto: © University of Otago) Die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Tamlin Conner von der Abteilung für Psychologie und Andre Mason von der Abteilung für Psychologische Medizin analysierten Längsschnittdaten von mehr als 36.000 neuseeländischen Erwachsenen aus der New Zealand Attitudes and Values Study (NZAVS). Dabei stellten sie fest, dass erwachsene Nichtraucher mit stärkerer psychischer Belastung, geringerer Selbstkontrolle und einer erhöhten Tendenz zum Ausleben sozialer Kontakte (höheres Maß an Extrovertiertheit) mit höherer Wahrscheinlichkeit anfingen, E-Zigaretten zu konsumieren als Erwachsene mit besserer psychischer Gesundheit, stärkerer Selbstkontrolle und geringerer Tendenz zu sozialen Kontakten. Laut Conner zeigen die Ergebnisse, dass „psychologische Faktoren bei der Gestaltung des Gesundheitsverhaltens, einschließlich des Vapings, eine Rolle spielen, was Auswirkungen auf entsprechende Interventionen haben könnte. Maßnahmen zur Verhinderung des E-Zigarettenkonsums unter erwachsenen Nichtrauchern könnten wirksamer sein, wenn sie die psychische Gesundheit, die Selbstkontrolle oder soziale Faktoren berücksichtigen“, erläutert die Psychologin. „Zum Beispiel könnte man Interventionen so anpassen, dass sie gefährdete Personen ansprechen und ihnen zusätzliche Unterstützung bieten, um den Beginn eines Vaping-Konsums zu verhindern. Ebenso könnten Maßnahmen und finanzielle Förderungen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit einen positiven Einfluss auf eine Reduktion des Vapings insgesamt haben.“ Conner betont, dass die Gründe, warum Menschen mit dem Vapen beginnen, komplex und sehr unterschiedlich sind. So greifen Personen, die unter psychischen Belastungen leiden, möglicherweise auf entsprechende Substanzen zurück, um Schmerzen zu lindern, während es Menschen mit geringer Selbstbeherrschung schwerer fällt, Versuchungen zu widerstehen. Extrovertierte Personen bewegen sich mit höherer Wahrscheinlichkeit in einem sozialen Umfeld, in dem häufiger Vaping-Produkte konsumiert werden, oder sie nutzen das Vapen als Gelegenheit, soziale Kontakte zu knüpfen. Über die von ihr und ihren Kollegen untersuchte Personengruppe sagt sie: „Neuseeländer fangen mit dem Vapen an, ohne zuvor geraucht zu haben, was sie potenziell unnötigen Risiken aussetzt. Dies gilt möglicherweise insbesondere für psychisch anfällige oder sozial sehr aktive Menschen.“ Überraschenderweise, so berichten die Wissenschaftler, sagten die beschriebenen psychologischen Faktoren den E-Zigaretten-Konsum verlässlicher voraus als viele soziodemografische Faktoren. So begannen Personen, die anfangs weder rauchten noch dampften, mit einer um über 40 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit mit dem Vaping-Konsum, wenn sie unter einer stärkeren psychischen Belastung litten, verglichen mit einem Anstieg von nur sieben Prozent unter Menschen, die in finanzieller Hinsicht benachteiligt waren. Eine geringere Selbstkontrolle und eine stärkere Extrovertiertheit waren mit einem Anstieg um 21 beziehungsweise neun Prozent assoziiert. Conner sagt: „Das hatten wir nicht erwartet, weil soziodemografische Merkmale normalerweise sehr starke treibende Faktoren für einen Substanzmissbrauch sind.“ Conner hofft, dass die Ergebnisse dieser Studie Menschen bewusst machen, wie sehr ihre eigenen psychologischen Eigenschaften und die der Menschen um sie herum das Vapen attraktiv erscheinen lassen. Die Forschenden räumen einige Einschränkungen der Studie ein. So waren in der untersuchten Stichprobe Erwachsene mittleren Alters sehr stark vertreten, von denen 81 Prozent Neuseeländer europäischer Abstammung waren. Es war den Wissenschaftlern nicht möglich, in ihrer Untersuchung Prädiktoren für den Konsum von E-Zigaretten unter jungen Menschen zu ermitteln.
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