Was ein guter Point-of-Care-Test erfüllen muss

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Die Zahl verfügbarer Point-of-Care-Tests (POC-Tests) steigt stetig an. Obwohl POC-Tests Vorteile hinsichtlich schneller Ergebnisse und verbesserter Patientenzufriedenheit bieten können, werden tatsächlich nur wenige in der Praxis eingesetzt.

Gesundheitswissenschaftler aus Enschede, Niederlande, haben daher in einer Studie die Kriterien und deren relative Gewichtung untersucht, die zum Einsatz eines POC-Tests führen.

Konkret wurden zwei Tests betrachtet, die in niederländischen Allgemeinpraxen verfügbar sind: der C-reaktive Protein-Test (CRP-Test) und der Test auf glykiertes Hämoglobin [HbA1c]).

Mittels einer Literaturrecherche und halbstrukturierten Interviews mit 12 Experten auf diesem Gebiet haben die Autoren die relevanten Kriterien ermittelt. Experten waren beispielsweise Ärzte, Laboranten oder auch ein Diabetespatient.

Anschließend wurden die Kriterien in vier Gruppen eingeteilt (Anwender, Organisation, klinischer Wert und sozialpolitischer Kontext). Diese hatten wiederum jeweils 5 Unterkriterien. Von den 12 Experten nahmen 10 an einer moderierten Gruppensitzung teil, bei der ihre Prioritäten bei beiden POC-Tests, im Vergleich zu Laboruntersuchungen, ermittelt wurden.

Die Auswertung zeigte, dass das wichtigste Unterkriterium für den Einsatz eines POC-Tests sein klinischer Nutzen ist (relative Gewichtung 22,2%). Danach folgen seine technische Leistungsfähigkeit (12,6%) und die Risiken, die mit der auf dem Testergebnis basierenden Behandlungsentscheidung verbunden sind (8,5%).

Der CRP-Test wurde der Laboruntersuchung vorgezogen, nicht jedoch der HbA1c-Test. Ausschlaggebend hierfür war hauptsächlich der in den Augen der Anwender vorhandene höhere klinische Nutzen des CRP-Tests. (isch)

Fazit
Die Einführung von POC-Tests in der klinischen Praxis kann durch die Berücksichtigung der in der Untersuchung eingeführten Kriterien erleichtert werden. Wenn Experten neue POC-Tests nach diesen Kriterien bewerten, erhalten Entwickler darüber hinaus spezifische Empfehlungen, die eine erfolgreiche Implementierung und Verwendung wahrscheinlicher machen.

Autoren: Kip MMA et al.
Korrespondenz: Department of Health Technology and Services Research, Faculty of Behavioural, Management and Social Sciences, Technical Medical Centre, University of Twente, P.O. Box 217, 7500, AE, Enschede, The Netherlands
Studie: Understanding the adoption and use of point-of-care tests in Dutch general practices using multi-criteria decision analysis
Quelle: BMC Family Practice2019;20:8 (epub 10.1.2019)
Web: https://doi.org/10.1186/s12875-018-0893-4