Was Hersteller und Patientenschützer vom Implantateregister wollen

Blasenschrittmacher: Beispiel für ein Implantat, das dem Patienten/der Patientin ein weitgehend normales Leben ermöglichen soll. Foto: Aktion Meditech

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert von einem Implantateregister, dass auch Daten zum Operateur und zur Patienten-Compliance integriert werden. Das Aktionsbündnis Patentensicherheit verlangt einen breiten Zugang und betont, dass die Informationen  für Ärzte und Patienten verständlich sein sollen.

Die Unternehmen der Medizintechnologie befürworten ein “Implantationsregister”, das nicht nur das Produkt erfasst, sondern auch den Operateur und die Patienten-Compliance mit einbezieht. Nur durch ein solches Implantationsregister könne die Versorgungsrealität korrekt abgebildet werden, heißt es in einer Mitteilung des BVMed. Hier müsse der Referentenentwurf des Gesetzes zur Errichtung des Deutschen Implantateregisters (EDIR) angepasst werden. “Erfahrungen aus bereits bestehenden Endoprothesenregistern zeigen, dass bei Auffälligkeiten das Implantatversagen selbst die geringste Ursache darstellt. Es sollten daher auch Auswertungen der einzelnen Operationsergebnisse erfolgen, um Behandlungen vergleichen zu können, Vorkommnisse in den medizinischen Einrichtungen frühzeitig zu erkennen und so Maßnahmen zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung und für Qualitätsverträge abzuleiten”, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt

Nach Ansicht des BVMed sollten die Krankenkassen bei den elektronischen Patientenakten die gleichen Daten zur Identifizierung des Implantats verwenden wie im “Implantationsregister”, fordert der Verband. So könnten die Daten der unterschiedlichen Patientenakten analysiert und die Versorgung verbessert werden. Den Herstellern müssten hierbei Auswertungen über ihre eigenen Produkte, -kombinationen und lokale Auffälligkeiten zugänglich sein. Der Verband spricht sich zudem für eine regelmäßige und verständliche Publikation der Ergebnisse des Registers aus.

„Nicht nur für eine kleine Gruppe eingeweihter Experten“

Die Verständlichkeit hat auch für das Aktionsbündnis Patientensicherheit höchste Priorität. „Es ist überfällig, dass Erkenntnisse zur Qualität von Implantaten für die Behandlung von Patienten herangezogen werden“ sagtdie Vorsitzende des Bündnisses, Hedwig François-Kettner. „Es darf nicht sein, dass die Ergebnisse des Implantateregisters de facto nur einer kleinen Gruppe eingeweihter Experten zugute kommen. Ärzte und Patienten brauchen Zugang zu den Erkenntnissen und eine Darstellung, die verständlich ist und klare Aussagen aus den Daten ableitet.“

Zudem fordert das Aktionsbündnis, dass auch die die vorliegenden ausländischen Daten zu Implantaten integriert werden. Erfahrungen beispielsweise aus skandinavischen Ländern zeigten, dass durch gute Register die Rate an Revisionsoperationen halbiert werden konnte. “Im Interesse der Patienten können wir nicht weitere Jahre mit dem mühsamen Aufbau vollständiger Datensätze verbringen“, warnt François-Kettner

(BVMed/Aktionsbündnis Patientensicherheit/ms)