Wechseljahre: Abnormale Gebärmutterblutungen mit höherem Risiko für Müdigkeit verbunden

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Laut einer neuen Studie sind abnormale Gebärmutterblutungen während der Wechseljahre mit einem höheren Risiko für Müdigkeit verbunden. Das berichtet die Menopause Society, USA.

Die meisten Frauen in den Wechseljahren erleben Veränderungen in der Menge und Dauer ihrer Menstruationsblutung. Viele berichten von Episoden anhaltender (PMB) oder starker (HMB) Menstruationsblutungen, die die Kriterien für abnorme Gebärmutterblutungen (AUB) erfüllen. Die Studie zur Frauengesundheit in den USA (SWAN) ergab, dass jede dritte Frau in den Wechseljahren Episoden von AUB hatte. Trotz der hohen Häufigkeit von AUB haben sich bisher nur wenige Studien mit dem Problem befasst. Keine der bekannten Studien hat versucht, AUB während der Wechseljahre mit Müdigkeit oder einer allgemein verminderten Lebensqualität in Verbindung zu bringen. Insbesondere starke Menstruationsblutungen werden mit Eisenmangelanämie in Verbindung gebracht, einer bekannten Ursache für Müdigkeit.

Eine neue Studie legt nahe, dass starke oder anhaltende Menstruationsblutungen während der Wechseljahre die Müdigkeit verstärken können. Dies erklärt, warum Frauen in der Lebensmitte zwei- bis viermal häufiger an belastenden Formen der syndromischen Müdigkeit leiden. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht.

Daten von 2300 Frauen

In dieser neuen groß angelegten Studie wurden die täglichen Menstruationskalenderdaten von mehr als 2300 Frauen mittleren Alters ausgewertet, um festzustellen, ob HMB oder PMB, die in den sechs Monaten vor einem Nachuntersuchungstermin aufgezeichnet wurden, mit der Meldung von vier spezifischen Müdigkeitssymptomen (Erschöpfung, Müdigkeit, mangelnder Elan oder Energielosigkeit) assoziiert waren. Basierend auf den Ergebnissen kamen die Forscher zu dem Schluss, dass HMB und PMB während der Wechseljahre mit einem erhöhten Müdigkeitsrisiko verbunden waren, selbst nach Berücksichtigung anderer Ursachen.

Die Wissenschaftler schlagen daher vor, dass Blutungsveränderungen in dieser Lebensphase stärker klinisch berücksichtigt werden müssen, insbesondere wenn auch Müdigkeit berichtet wird. Da Eisenmangel und die damit verbundene Anämie leicht behandelt werden können, wäre eine frühzeitige Diagnose und Behandlung bei Frauen mit diesen Symptomen hilfreich. Blutungsproblemen während der Wechseljahre wurde bisher jedoch wenig Aufmerksamkeit geschenkt – weder in der Forschung noch in der Laienpresse und in den sozialen Medien.

„Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit eines stärkeren klinischen Bewusstseins für abnorme Gebärmutterblutungen, insbesondere angesichts der zunehmenden Häufigkeit während der Wechseljahre und ihres Zusammenhangs mit Symptomen von Energielosigkeit oder Müdigkeit. Frauen müssen außerdem über die Möglichkeit verlängerter oder starker Menstruationsblutungen in den Wechseljahren und die möglichen gesundheitlichen Folgen aufgeklärt werden“, kommentiert Dr. Stephanie Faubion, Ärztliche Direktorin der Menopause Society, die Ergebnisse.