Wechseljahre: Täglicher Saunagang könnte gegen Gewichtszunahme und Insulinresistenz helfen

Foto: © Robert-Kneschke/stock.adobe.com

In einem Tierversuch nahmen ältere Mäuse, die täglich eine Ganzkörperwärmetherapie erhielten, weniger an Gewicht zu und hatten eine bessere Stoffwechselgesundheit. Das ist das vorläufige Forschungsergebnis eines auf der diesjährigen Tagung der American Society for Nutrition (NUTRITION 2024) vorgestellten Studienabstracts.

Forscher der University of Massachusetts Amherst, USA, fanden im Einzelnen heraus, dass ältere weibliche Mäuse, die täglich eine 30-minütige Ganzkörper-Wärmebehandlung erhielten, weniger an Gewicht zunahmen und einen besseren Einsatz von Insulin zeigten, das zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels beiträgt. Die Forscher identifizierten auch die biologischen Prozesse, die für diese positiven Effekte verantwortlich sind.

„Im Vergleich zu Männern haben Frauen eine höhere Wahrscheinlichkeit, fettleibig oder übergewichtig zu sein“, kommentiert die Leiterin des Forschungsteams, Prof. Soonkyu Chung von der University of Massachusetts Amherst. „Dies gilt insbesondere nach der Menopause, wenn der Körper an Östrogen verliert. Unsere Studie deutet darauf hin, dass die Ganzkörperwärmetherapie eine wirksame, nicht-invasive Lösung für die Bewältigung von Gewichtszunahme und Insulinresistenz im Zusammenhang mit den Wechseljahren sein könnte“, fügt sie hinzu. „Die Wärmetherapie könnte eine praktische Option für Menschen mit erhöhtem Bauchfett und einem höheren Risiko für Stoffwechselkrankheiten sein, die durch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren ausgelöst werden“, erklärt die Doktorandin Rong Fan und fährt fort: „Sie ließe sich durch regelmäßige Saunagänge, beheizte Bäder oder spezielle Wärmepackungen leicht in die routinemäßige Gesundheitsfürsorge integrieren.“

Verlauf der Studie

Für die Studie wurden älteren weiblichen Mäusen die Eierstöcke entfernt, um den Zustand nach den Wechseljahren zu simulieren. Um eine Gewichtszunahme zu bewirken, erhielten die Mäuse eine westliche Diät, die 45 Prozent Kalorien aus Fett enthielt. Eine Gruppe von Mäusen erhielt 12 Wochen lang täglich 30 Minuten lang eine Wärmetherapie in einer Wärmekammer mit einer Temperatur von 40 °C, während die andere Gruppe keine Wärmebehandlung erhielt. Die Mäuse, die die Wärmebehandlung erhielten, wiesen keine Gewebeschäden auf und zeigten deutlich verringerte Laktatdehydrogenasewerte, was laut den Forschern auf weniger altersbedingte Gewebeschäden hindeutet. Die Therapie verringerte auch wirksam die durch eine fettreiche Ernährung verursachte Gewichtszunahme.

Im Vergleich zu den Mäusen, die nicht behandelt wurden, zeigten die Mäuse, die einer Wärmetherapie unterzogen wurden, signifikante Verbesserungen bei der Insulinempfindlichkeit und -übertragung sowie eine geringere Fettansammlung in Schlüsselbereichen wie der Leber und im braunen Fett.

Die Forscher untersuchten auch die molekularen Mechanismen, die an den positiven Auswirkungen der Wärmetherapie beteiligt sind. Sie fanden heraus, dass die Wärme mehrere molekulare Prozesse auslöst, die dem Körper helfen, Energie effizienter zu nutzen und Fett zu verbrennen. Ein wichtiger Akteur ist das Protein TRPV1, das als Kalzium-Ionenkanal in der Zellmembran fungiert. Die TRPV1-Aktivierung und der anschließende Kalziumzyklus stimulieren auch den Abbau und die Verbrennung von Fetten. Dadurch wird die Fettansammlung in Geweben wie der Leber reduziert und die Insulinempfindlichkeit des Körpers verbessert, die für die allgemeine Stoffwechselgesundheit entscheidend ist. „Diese Reihe von Ereignissen deutet darauf hin, dass die regelmäßige Anwendung von Wärme die Effekte der Kalorienverbrennung und des Fettabbaus nachahmen kann“, so Fan.