Wechselwirkung von Parodontitis und Diabetes14. Mai 2020 Parodontologietag 2020 Bild: Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e.V. Parodontitis und Diabetes – eng verzahnt: Ein schlecht eingestellter Diabetes verschlimmert eine Parodontitis und wirkt sich langfristig ungünstig auf den Erhalt von Zähnen und Implantaten aus. Eine unbehandelte Parodontitis kann die Blutzuckerkontrolle erschweren und einen Diabetes verstärken. Rund um den europäischen Parodontologietag am 12. Mai veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) eine groß angelegte Öffentlichkeitskampagne, in der sie über die Wechselwirkung zwischen Diabetes und Parodontitis aufklärt. Die im April gestartete Aktion konnte über ihre Landing Page (www.parounddiabetes.dgparo.de) bereits mehr als 8.000 interessierte Besucher aufklären. Per Social-Media kamen darüber hinaus schon über 100.000 Kontakte, trotz Corona, mit den Themen der Kampagne in Berührung. Die Informationsmaßnahmen laufen noch einen weiteren Monat. Zucker und Zahnfleischbluten haben in ihrer Wechselwirkung fatale Folgen: Ein schlecht eingestellter Diabetes verschlimmert eine Parodontitis, eine unbehandelte Parodontitis kann hingegen die Blutzuckerkontrolle erschweren, einen Diabetes verstärken und ein größeres Risiko für Diabeteskomplikationen wie Herzkreislauf- und Nierenerkrankungen mit sich bringen. Um die breite Bevölkerung auf dieses Problem aufmerksam zu machen, findet am 12. Mai zum vierten Mal der bundesweite Parodontologietag statt. „Wie bedeutend heute beide Krankheitsbilder und deren Zusammenwirken bei parodontalen Behandlungen sind, zeigen aktuelle Erhebungen: In Deutschland leben elf Millionen Menschen mit Erkrankungen des Zahnhalteapparates“, erklärt die Präsidentin der DG PARO, Professorin Bettina Dannewitz. Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin des Kooperationspartners der Kampagne diabetesDE – Deutschen Diabetes-Hilfe ergänzt: „Diabetes mellitus ist eine der meistverbreiteten Krankheiten der Welt. Alleine in Deutschland leiden mehr als 7 Millionen Menschen an dieser Volkskrankheit. Tendenz weiter steigend!“ Landing Page mit umfangreichem Informationsmaterial Unter www.parounddiabetes.dgparo.de informiert die DG PARO deshalb seit einem Monat die breite Öffentlichkeit über die enge Verzahnung von Diabetes und Parodontitis. Auf der neu erstellten Webseite stehen umfangreiche Materialien wie interaktive Selbsttests, Poster, Videos und Ratgeber zur Verfügung. Fachärzte können diese Materialien auch direkt bestellen und an Betroffene oder Risikopatienten weitergeben, um so auf die Gefahren der beiden Erkrankungen und ihrer Wechselwirkung aufmerksam zu machen. „Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass eine gründliche orale Untersuchung – einschließlich einer parodontalen Befunderhebung – einen Teil ihres Diabetesmanagements darstellt und mindestens einmal jährlich durchgeführt werden sollte“, so DG PARO-Präsidentin Dannewitz. Dies gelte auch für parodontal gesunde Diabetiker, da auch sie ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. „Jeder Diabetiker sollte darüber aufgeklärt werden, dass er als Risikopatient besonders auf die sorgfältige Reinigung und Pflege seiner Zähne achten muss!“ In diesem Zusammenhang ist die regelmäßige Durchführung präventiver Maßnahmen wie Mundhygieneinstruktionen, -motivationen und professionelle Zahnreinigungen bei Diabetes-Patienten sinnvoll und empfehlenswert.
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