Weinmann-Menke an die Spitze der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie gewählt12. Oktober 2026 Julia Weinmann-Menke. foto: Universitätsklinikum Heidelberg Prof. Julia Weinmann-Menke (Heidelberg) ist zur Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) gewählt worden. Sie löst Prof. Martin K. Kuhlmann (Berlin) in diesem Amt ab. Weinmann-Menke ist seit März dieses Jahres Ärztliche Direktorin der Medizinischen Klinik X – Klinik für Nephrologie (Nierenzentrum) der Uniklinik Heidelberg. Die 49-jährige Internistin und Nephrologin wolle in ihrer zweijährigen Amtszeit die Nephrologie als zukunftsorientiertes Fach weiterentwickeln, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Fachgesellschaft. Dabei lege sie den Fokus auf Prävention, Früherkennung, Forschung, Registerarbeit und eine stärke individualisierte Behandlung. Gleichzeitig sei ihr Ziel, den ärztlichen Nachwuchs für das Fach zu begeistern. Prävention und Früherkennung stärken „Ich möchte die Nephrologie als eine Fachdisziplin weiterentwickeln, die ihre Zukunft aktiv gestaltet“, sagt Weinmann-Menke. Für sie gehörten dabei bessere Prävention, intensive Forschung und eine noch stärker personalisierte Versorgung untrennbar zusammen. Bereits begonnene Projekte zur Prävention und Früherkennung wolle sie konsequent weiterführen und stärker in die Versorgung bringen. Zugleich richtet sie den Blick auf eine zentrale wissenschaftliche Frage: Warum entwickeln Menschen überhaupt Nierenkrankheiten – und wie lassen sich diese spezifischer behandeln oder in ihrem Verlauf gezielt beeinflussen? Ein besonderes Anliegen ist Weinmann-Menke die Weiterentwicklung einer modernen, vernetzten Registerlandschaft. Register seien kein Selbstzweck, sondern eine wesentliche Voraussetzung, um die Realität der Patienten besser zu verstehen, Versorgung gezielt zu verbessern und wissenschaftliche Fragestellungen schneller beantworten zu können. Innovation, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sieht sie dabei als wichtige Werkzeuge – das Ziel bleibe jedoch stets eine bessere menschenzentrierte Medizin und ein möglichst gutes, selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Krankheiten ihrer Nieren. Faszination Nephrologie weitergeben „Wir müssen die Faszination für die Niere und für die Nephrologie weitergeben – und gleichzeitig die Zukunft unseres Faches aktiv gestalten“, beschreibt Weinmann-Menke ihre Leitidee für die Präsidentschaft. Dazu gehöre auch, eine neue Generation für das Fach zu begeistern und junge Menschen für wissenschaftliche und klinische Karrieren in der Nephrologie zu gewinnen. Als erste Lehrstuhlinhaberin ihres Fachbereichs und nun erste Präsidentin der Fachgesellschaft möchte Weinmann-Menke insbesondere junge Frauen ermutigen, ihren Weg in Wissenschaft und Führung zu gehen. Eine moderne Fachgesellschaft solle die Vielfalt ihrer Mitglieder auch in Führungsstrukturen, Wissenschaft und klinischer Versorgung widerspiegeln Klinikerin, Forscherin und Leitlinienexpertin Weinmann-Menke studierte Humanmedizin an der Universität Mainz. Von 2005 bis 2008 war sie als Postdoktorandin an der Harvard Medical School und am Brigham and Women’s Hospital in Boston, USA, tätig. Seit 2008 leitete sie eine Arbeitsgruppe zu immunvermittelten glomerulären Erkrankungen. 2020 wurde sie auf eine W2-Professur für Nephrologie und Nierentransplantation an der Universitätsmedizin Mainz berufen; von 2023 bis 2026 war sie dort W3-Professorin und Leiterin der Klinik für Nephrologie, Rheumatologie und Nierentransplantation. Seit 2026 ist sie Ärztliche Direktorin der Medizinischen Klinik X – Klinik für Nephrologie der Uniklinik Heidelberg. Ihre klinischen Schwerpunkte liegen in der chronischen Nierenkrankheit (CKD), der Nierentransplantation, immunvermittelten Nierenkrankheiten und Systemerkrankungen, insbesondere dem systemischen Lupus erythematodes (SLE). Wissenschaftlich beschäftigt sie sich vor allem mit Lupus, CKD und Transplantation. Weinmann-Menke ist Vorstandsmitglied der DGfN, war mehrere Jahre auch deren Pressesprecherin und arbeitet federführend an der Entwicklung von Leitlinien, unter anderem zu SLE und glomerulären Erkrankungen. Für ihre Forschungsarbeiten wurde sie unter anderem mit dem Boehringer-Ingelheim Preis, dem Dagmar Eißner Förderpreis, dem Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz und dem Wissenschaftlichem Ehrenpreis (ehemals Franz-Volhard-Preis) der DGfN ausgezeichnet. (ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Primärversorgungssystem: DGfN fordert verbindliche Rahmenbedingungen für nierenkranke Menschen DGfN fordert bundesweites Nierenregister
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