Welche Kreuzbandrisse müssen operiert werden – welche nicht?26. Januar 2026 Bild: drubig-photo – stock.adobe.com Die Skifahrsaison ist dem BVASK zufolge die Saison der Kreuzbandrisse. Aber nicht nur bei der Skiabfahrt, sondern auch in vielen anderen Sportarten oder bei Unfällen führen Fehltritte mit Verdrehen des Knies zu Kreuzbandrissen. Welche wie operiert werden müssen oder welche auch nicht – darüber referiert Prof. Sven Scheffler, auf dem 36. Jahreskongress des BVASK. „Das vordere Kreuzband (VKB) ist ein Band, welches nicht lebensnotwendig ist. Aber es ist vielmehr ein Band, dass uns ein Leben lang erlaubt zu springen, zu laufen, zu rennen – eben Sport zu machen und ein aktives Leben zu führen“, so Scheffler, Kniespezialist und Partner des Sporthopaedicums Berlin. Wenn man dies ohne das VKB tun würde, erhöht sich die Gefahr weiterer Knieverletzungen und einer frühzeitigen Gelenkabnutzung. An erster Stelle der Sportarten mit Riss des VKB stehen heute Fußball, gefolgt von Basketball und Handball, Ski alpin und alle Sportarten mit schnellen Richtungswechseln und Stopp and Go Bewegungen. Aber auch Unfälle im täglichen Leben mit dem Fahrrad oder auf der Treppe, sowie im Verkehr mit dem Motorrad sind nicht selten. Häufig passiert es in dem Moment, wo die Betroffenen versuchen, den Sturz zu vermeiden und sich dabei ihr Knie verdrehen, erläutert der Experte. In der Vergangenheit kamen durch Sportunfälle eher jüngere Patienten mit VKB-Rupturen zu einer Operation, jetzt seieen es zunehmend auch ältere Patienten. Der Grund: bis ins hohe Alter wollten heute viele aktiv bleiben und „ihren“ Sport ausüben. Drei Fragen vor der OP-Entscheidung Die Notwendigkeit zu einer Operation wird dabei laut Scheffler an drei objektiven Faktoren erkannt: Ist das Gelenk instabil, bestehen große Schmerzen und ein unsicherer Gang? Was will der Patient, welche Lebensweise hat er, welchen Beruf und welchen Sport möchte er ausüben? Sind noch weitere Strukturen betroffen, die die Stabilität beeinträchtigen? „Ein isolierter Kreuzbandriss ist eher selten. Während wir früher operativ vor allem aufs VKB geschaut haben, erkennen wir heute die hohe Bedeutung der zusätzlichen Verletzungen“, so Scheffler. Oft müssten deshalb das Bänder der Gelenkperipherie, der Meniskus oder der Knorpel mitkorrigiert werden, um die Funktion des Kniegelenkes wieder vollständig wiederherzustellen. „Eine Kreuzbandruptur muss nicht immer, aber wahrscheinlich in mehr als zwei Drittel der Patienten operiert werden“, sagt der BVASK-Experte. Im Vordergrund stehe dabei der Leistungsanspruch des Patienten und die objektive Gelenkinstabilität. Bei weniger aktiven Patienten, vor allem mit sitzender Tätigkeit, die vielleicht nur ein bisschen sanft Radfahren wollen, reiche häufig Physiotherapie und ein spezielles Training aus, ehe sie wieder in den gewohnten Alltag starten. Danach könnten sie mit dem muskulär gefestigten Knie probieren, was sie machen möchten. Komme es doch zu Instabilitäten „können wir auch später noch operieren“, versichert Scheffler.
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