Weltgesundheitstag: Bessere Versorgung in Entwicklungsländern fördert Bildungschancen

Im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh untersucht die CBM mit ihrem lokalen Partner Fatima Eye Hospital in einem Outreach-Programm tausende Schüler auf mögliche Augenleiden. Bild: © Ekler – Fotolia.com

Zum Weltgesundheitstag am 7. April setzt sich die Christoffel-Blindenmission (CBM) für eine bessere augenmedizinische Versorgung in Entwicklungsländern ein. An einem Beispiel aus Indien zeigt die CBM auf, wie durch rechtzeitige Augenbehandlungen Bildungschancen für Kinder gewahrt werden können.

“In Deutschland kommen rund 11.000 Einwohner auf einen Augenarzt. In einem Land wie Indien versorgt ein Augenarzt hingegen 91.000 Menschen”, verdeutlicht die CBM die Versorgungssituation in Indien. Gerade arme Menschen in ländlichen Gebieten hätten aufgrund der weiten Entfernungen und der schlechten Infrastruktur kaum Zugang zu medizinischer Hilfe bei Augenerkrankungen.
Vor diesem Hintergrund fordert CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus zum Weltgesundheitstag am 7. April: „Gesundheitsversorgung darf sich nicht nur auf die Ballungsräume konzentrieren. Wenn die Menschen nicht zum Arzt kommen können, muss der Arzt zu den Menschen kommen. Nur so können Krankheiten frühzeitig erkannt und behandelt werden.“

Für eine bessere und flächendeckende augenmedizinische Vorsorge bei Kindern, so die CBM, setze sie in Indien und anderen Ländern auf regelmäßige Reihenuntersuchungen an Schulen. Solche Untresuchungen könnten dabei helfen, auch in abgelegenen Regionen zahlreiche Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung zu vermeiden. Die CBM schildert einen Beispielfall:

Vijay Tripathi arbeitet beim lokalen CBM-Partner Fatima Eye Hospital und ist zuständig für Außeneinsätze in sieben Distrikten im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh. „Pro Monat führen wir drei bis vier sogenannte Outreach-Programme an Schulen durch“, erklärt er. „Wenn wir eine behandelbare Sehschwäche erkennen, überweisen wir die Kinder an unser Krankenhaus in Gorakhpur.“
So war es auch bei einem sechsjährigen Jungen. Während einer Reihenuntersuchung an seiner Schule entdeckten Vijay und sein Team, dass der Junge unter Grauem Star litt. Auf dem rechten Auge war er nahezu blind, und auch mit dem linken Auge konnte er nur schlecht sehen. Das hatte bereits Auswirkungen auf seine schulischen Leistungen – die Schrift an der Tafel konnte der Junge kaum erkennen.
Nur eine Woche nach der Untersuchung reiste der Sechsjährige mit seinen Eltern ins 80 Kilometer entfernte Gorakhpur. Im Fatima Eye Hospital tauschten die Ärzte die getrübte Augenlinse gegen eine neue künstliche aus. Später wird der Junge noch eine Brille gegen seine Sehschwäche auf dem anderen Auge erhalten, sodass er zukünftig dem Unterricht besser folgen kann und die gleichen Chancen hat wie seine Mitschüler.

Im laufenden Drei-Jahres-Programm will die CBM mit dem Fatima Eye Hospital nach eigenen Angaben  insgesamt 67.000 Schülerinnen und Schüler bei Außeneinsätzen untersuchen, um etwaige Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Quelle: Christoffel-Blindenmission (CBM)