Weltkindertag: Deutsche Leberstiftung warnt vor Lebererkrankungen bei Kindern als Folge der COVID-19-Pandemie13. September 2022 Foto: © Roman/stock.adobe.com Jedes dritte Kind in der Altersgruppe der Zehn- bis Zwölfjährigen hat während der COVID-19-Pandemie an Gewicht zugenommen. Die Deutsche Leberstiftung warnt vor möglichen Folgen wie der Nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) und fordert Gegenmaßnahmen. Aktueller Anlass der Warnung ist der Weltkindertag (20. September) unter dem Motto „Gemeinsam für Kinderrechte“ und die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. Die Deutsche Leberstiftung unterstreicht in diesem Kontext das Recht von Kindern auch auf Gesundheit. Bereits vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie, so schreibt die Deutsche Leberstiftung in einer aktuellen Mitteilung, waren 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Übergewicht betroffen – sechs Prozent sogar von Adipositas. Die im Mai 2022 vorgestellten Ergebnisse einer repräsentativen Eltern-Umfrage der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und des Else Kröner-Fresenius-Zentrums (EKFZ) für Ernährungsmedizin zeigen, dass die COVID-19-Pandemie in Deutschland massive Auswirkungen auf die Kindergesundheit hat: Seit Beginn der COVID-19-Pandemie ist jedes sechste Kind dicker geworden, etwa die Hälfte bewegt sich weniger als vor der Pandemie und bei circa 25 Prozent der Kinder ist ein gesteigerter Verzehr von Süßwaren zu verzeichnen. Die Umfrage-Ergebnisse zeigen auch, dass es gravierende Unterschiede bei den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten gibt und dass die Pandemie die gesundheitliche Ungleichheit weiter verschärft hat: Im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen aus einkommensstarken Familien seien doppelt so viele Kinder und Jugendliche, die aus einkommensschwachen Familien stammen, von einer Gewichtszunahme betroffen, berichtet die Deutsche Leberstiftung. „Feind Nummer eins der Leber ist das ‚Metabolische Syndrom‘, zu dem Übergewicht und ein erhöhter Blutzucker gehören. Dieses kann zur NAFLD führen“, erläutert Prof. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung soll an einer Fettleber leiden. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind die 55- bis 75-Jährigen, aber auch bei Kindern und Jugendlichen stoßen Ärzte immer häufiger auf eine Fettlebererkrankung.“ Manns ergänzt: „NAFLD ist mittlerweile die häufigste Lebererkrankung in Deutschland und wird bis 2030 einen großen Teil der Leberzirrhosen und des Leberzellkrebses bedingen.“ Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt in ihrem Mitte 2022 veröffentlichten Sachstandsbericht Adipositas 2022 der Europäischen Region auf, dass die Zahl der Menschen mit Übergewicht und Adipositas in allen Teilen der Region mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen hat und immer weiter steigt: Aktuell sind 59 Prozent der Erwachsenen und fast ein Drittel aller Kinder zu dick. Die WHO geht davon aus, dass erhebliche Anstrengungen erforderlich werden, um Erwachsene und Kinder wieder zu einer gesünderen Lebensweise und mehr körperlicher Aktivität zu bewegen. „Damit die Folgen der Pandemie nicht zum Problem für die Gesundheit einer ganzen Generation werden, brauchen wir zeitnah geeignete Therapie- und Aufklärungsangebote, die alle Gruppen gleichermaßen erreichen. Es wäre zu begrüßen, wenn die Themen Ernährung und Gesundheitskompetenz auf den Stundenplan kämen. Außerdem könnte eine Besteuerung von Zuckergetränken eingeführt werden. Auch Werbeeinschränkungen für ungesunde Lebensmittel wären sinnvoll,“ erklärt Manns. „Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen sollte der behandelnde Arzt auch eine Fettlebererkrankung abklären. Eine einfache Ultraschalluntersuchung kann bereits Leberveränderungen sichtbar machen. Darüber hinaus weisen auch erhöhte Leberwerte (GPT, GOT und GGT) auf eine Lebererkrankung hin. Eine rechtzeitig gestellte Diagnose, eine Behandlung sowie eine Ernährungsumstellung und Sport können bewirken, dass sich die Fettablagerungen in der Leber wieder zurückbilden.“
Mehr erfahren zu: "GLP-1-Präparate können bei Kindern zu Nährstoffmangel führen" GLP-1-Präparate können bei Kindern zu Nährstoffmangel führen Kinder, die zur Gewichtsreduktion, bei Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes GLP-1-Rezeptoragonisten erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für Nährstoffmangel. Dies geht aus einer aktuellen Studie in „Childhood Obesity“ hervor. Vor allem ein Vitamin-D-Mangel […]
Mehr erfahren zu: "Gesicht oder Objekt? Schon Neugeborene haben Präferenzen" Gesicht oder Objekt? Schon Neugeborene haben Präferenzen Sind es eher die Gene und Hormone, die das Verhalten von Mädchen und Junge beeinflussen, oder doch die Umwelt? Bestimmte Unterschiede zumindest scheinen angeboren.
Mehr erfahren zu: "Heute geborene Kinder werden doppelt so lange extremem Brandwetter ausgesetzt sein wie ihre Großeltern" Heute geborene Kinder werden doppelt so lange extremem Brandwetter ausgesetzt sein wie ihre Großeltern Wird die derzeitige Klimapolitik fortgesetzt, wird ein im Jahr 2025 in Europa geborenes Kind mehr als drei zusätzlichen Jahren extremen Brandwetters ausgesetzt sein als eine im Jahr 1950 geborene Person. […]