Weltkrebstag: Jetzt die Chancen von Prävention und Präzisionsonkologie nutzen4. Februar 2022 Foto: © gustavofrazao – stock.adobe.com Als offizieller Unterstützer der Nationalen Dekade gegen Krebs setzt sich der gemeinnützige Vision Zero e.V. dafür ein, die Zahl der vermeidbaren krebsbedingten Todesfälle gegen null zu bringen. Bei einigen Tumorerkrankungen sei dies schon mit heutigen Mitteln ein realistisches Ziel, betont er anlässlich des heutigen Weltkrebstages. Jahr für Jahr sterben in Deutschland rund eine Viertelmillion Menschen an bösartigen Krebserkrankungen. “Ihr Tod wird oftmals als ein unabwendbares Schicksal wahrgenommen”, sagt Prof. Christof von Kalle, Charité Berlin. “Dabei könnten wir schon heute viele Todesfälle durch Krebs verhindern”, so der Vorstand des wissenschaftlichen Beirats bei Vision Zero e.V. Deshalb will der Verein dazu beitragen, die Zahl dieser vermeidbaren krebsbedingten Todesfälle drastisch zusenken und auf Dauer sogar gegen null zu bringen. Vom Straßenverkehr lernen Diese ‘Vision Zero’ hat ihr Vorbild unter anderem im Straßenverkehr und Luftverkehr. “Dort ist es gelungen, die Zahl der Verkehrstoten seit den 1970er Jahren um rund 90 Prozent zu senken – bei einem Vielfachen an zurückgelegten Kilometern”, betont von Kalle. Möglich wurde dies, indem man alle denkbaren Unfallrisiken identifiziert und nacheinander ausgeschaltet sowie Technologien entwickelt habe, um Fahrzeuginsassen im Falle eines Unfalls bestmöglich zu schützen. “Jeder Stein wurde umgedreht. Genau so müssen wir auch in der Onkologie vorgehen”, ist der Onkologe überzeugt. Das größte Potenzial steckt derzeit in der Prävention. “Knapp 40 Prozent aller Tumorerkrankungen entstünden gar nicht erst, wenn Menschen wichtige Risikofaktoren für die Krebsentstehung vermeiden würden”, sagt von Kalle. Dazu zählen etwa das Rauchen, Übergewicht, eine ungünstige Ernährung oder übermäßiger Alkoholkonsum. Weitere Chancen bietet die Früherkennung, mit deren Hilfe Krebs in einem heilbaren Stadium entdeckt werden kann. Und in fortgeschrittenen Stadien lässt sich Krebs dank präziser molekulargenetischer Diagnostik und zielgerichteter Therapien immer häufiger von einer tödlichen in eine chronische Krankheit verwandeln. “Das bedeutet, es gibt viele Stellschrauben an denen wir drehen müssen, wenn wir mehr Krebspatienten als bisher retten wollen!” Die Vision Zero ist machbar Im Einklang mit den strategischen Zielen der Nationalen Dekade gegen Krebs engagiert sich Vision Zero in diesem Jahr daher besonders in der Prävention und setzt sich insbesondere für ein generelles Verbot von Tabakwerbung, sowie für eine verbesserte Inanspruchnahme der Impfung gegen das humane Papillomvirus (HPV) ein. HPV verursacht eine Reihe von Krebserkrankungen, darunter das Zervixkarzinom. “Die Impfung gegen HPV ist ein Beispiel, wie man in einem für junge Menschen sehr wichtigen Bereich mit einfachen Mitteln eine Vision Zero tatsächlich verwirklichen kann”, sagt Daniel Bahr, ehemaliger Bundesgesundheitsminister und Vorstand des Vision Zero e.V. “Wir sind daher überzeugt: Wenn wir unsere Chancen nutzen und alle Kräfte für solche Verbesserungen einsetzen, muss Krebs künftig nicht mehr zu den häufigsten Todesursachen zählen.” Von Kalle ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats beim Vision Zero e.V. Er ist Chair für Klinisch-Translationale Wissenschaften am Berlin Institute of Health BIH und Direktor des Klinischen Studienzentrums von Charité und BIH, Berlin. Bundesgesundheitsminister a.D. Daniel Bahr ist Vorsitzender des Vorstands beim Vision Zero e.V. sowie Mitglied des Vorstands bei der Allianz Private Krankenversicherungs-AG.
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