Weltkrebstag: Neue Initiativen in der Nationalen Dekade gegen Krebs3. Februar 2020 Bild: © sewcream – Adobe/Stock Vor genau einem Jahr ist auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die Nationale Dekade gegen Krebs gestartet. “Die Nationale Dekade gegen Krebs wird ein Jahr alt und ist bereits jetzt ein großer Erfolg: Die Initiative vereint zum ersten Mal die zentralen Akteure aus Krebsforschung, Forschungsförderung, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Gesellschaft in einem starken Bündnis”, erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek auch aus Anlass des Weltkrebstages am Dienstag, den 04. Februar. Schon in den ersten zwölf Monaten sei es gelungen, wichtige Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Für die Arbeit in der Dekade seien drei hochrangig besetzte Arbeitsgruppen ins Leben gerufen worden, die sich mit den zentralen Fragen der Krebsforschung befassen. Erste Empfehlungen lägen vor. Das BMBF fördere mit bis zu 62 Mio. Euro Studien, die die Praxis in der Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen entscheidend verbessern sollen; bei der Planung und Durchführung würden Patientenvertreterinnen und -vertreter eng einbezogen. Geplant sei auch, die Strukturen für die Krebsforschung auszubauen, in dem das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) um bis zu vier neue Standorte erweitert werde. Die Ausschreibung laufe derzeit und im Sommer werde der Auswahlprozess mit einem international besetzten Gutachtergremium stattfinden. Unter dem Motto “Jeder ist Xperte” gab es großen Online-Dialog durchgeführt: Rund 3000 Bürger, Ärzte, Forscher sowie weitere Interessierte haben ihre Meinungen und Anregungen zum Thema Krebsforschung mitgeteilt. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet und fließen anschließend in die Arbeit der Dekade ein. Mit dem Start in das zweite Jahr werde die Nationale Dekade gegen Krebs ihre Anstrengungen weiter intensivieren, heißt es weiter. Dazu sollen neue Fördermaßnahmen initiiert werden, die die Empfehlungen aus den drei Arbeitsgruppen aufgreifen. Auch sollen die Aktivitäten auf die europäische Ebene ausgeweitet und die Nationale Dekade gegen Krebs auf eine noch breitere gesellschaftliche Basis gestellt werden. “Obwohl die Dekade erst vor einem Jahr gestartet wurde, hat sie bereits schon jetzt wichtige Impulse gesetzt”, kommentiert Prof. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und Ko-Vorsitzender des Strategiekreises der Nationalen Dekade gegen Krebs. “Erstmalig ist es uns gelungen, alle wichtigen Akteure, insbesondere auch die Patienten einzubeziehen. Die geplanten neuen NCT Standorte werden uns nachhaltig ermöglichen, deutlich mehr Ergebnisse aus der Krebsforschung schnell und sicher in die klinische Entwicklung zu bringen. Darüber hinaus bekommt die Krebsprävention endlich den Stellenwert in der Forschung, der notwendig ist, um langfristig die Zahl an Neuerkrankungen zu senken.” “Die Patienten sollen möglichst rasch von den medizinischen Innovationen profitieren können. Dies kann gelingen, wenn alle gut vernetzt miteinander kooperieren, die Hausärzte, die niedergelassenen Onkologen, das wohnortnahe Krankenhaus und die Universitätsmedizin”, sagt Prof. Michael Hallek, Mitglied des Beirats der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) und Mitglied des Strategiekreises der Nationalen Dekade gegen Krebs. “Ziel ist die Etablierung einer wohnortnahen, Wissen-generierenden Versorgung von Krebspatienten. Hierin liegt die einmalige Chance der Nationalen Dekade gegen Krebs und so werden wir auch den Innovationsstandort Deutschland in der Krebsforschung in die Weltspitze bringen.” Hintergrund: In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 500.000 Menschen an Krebs. Bis zum Jahr 2030 rechnen Expertinnen und Experten mit einem Anstieg der Neuerkrankungen auf etwa 600.000 Fälle jährlich. Die Nationale Dekade gegen Krebs vereint erstmals die zentralen Akteure der deutschen Krebsforschungslandschaft in einem Bündnis. Dazu zählen – neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) – auch zwei Organisationen der Patientenvertretung. Gemeinsam mit weiteren Akteuren bilden sie den Strategiekreis, der insgesamt 17 Partnerorganisationen umfasst und als Impulsgeber fungiert. Die drei Arbeitsgruppen der Nationalen Dekade gegen Krebs sollen zentrale Forschungsaufgaben definieren und Lösungsstrategien entwickeln: Die Arbeitsgruppe “Große ungelöste Fragen der Krebsforschung” definiert die wichtigsten Fragen der Krebsforschung und entwickelt einen Fahrplan für deren Bearbeitung; die Arbeitsgruppe “Prävention” entwickelt Strategien und Konzepte, um Krebsneuerkrankungen besser zu verhindern; die Arbeitsgruppe “Wissen generieren durch Vernetzung von Forschung und Versorgung” erstellt ein Konzept, das den Prozess des gegenseitigen Lernens von Krebsforschung und Versorgung optimieren soll. Gleichzeitig sind alle gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland dazu aufgerufen, sich der Nationalen Dekade gegen Krebs anzuschließen und mit eigenen Aktivitäten mitzuwirken. Weitere Informationen: https://www.bmbf.de/de/nationale-dekade-gegen-krebs-7430.html https://www.bmbf.de/de/forschen-fuer-eine-bessere-patientenversorgung-10035.html
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