Welttag der Tierimpfung – Vom Zootier bis zum Heimtier20. April 2026 Balistar (Symbolbild) Foto: © aulia – stock.adobe.com Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) warnt vor Seuchenrisiken für bedrohte Arten. Da Tierimpfungen eine effektive Schutzstrategie darstellen, fordert der Verband Abhilfe durch nationale Impfstrategien für Zootiere. Infektionskrankheiten bedrohen nicht nur einzelne Tiere, sondern im schlimmsten Fall ganze Arten, die Lebensmittelversorgung und die Gesundheit von Menschen. Zum Welttag der Tierimpfung am 20. April macht der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) auf die dramatischen Folgen von Seuchenausbrüchen aufmerksam – und betont, warum Impfungen für Artenschutz, Landwirtschaft und Haustierhalter gleichermaßen wichtig sind. Eine Katastrophe für bedrohte Arten In Zoos leben zahlreiche Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind und im ursprünglichen Lebensraum nur noch aus wenigen hundert Individuen bestehen. Ein Seuchenausbruch – etwa durch die Vogelgrippe (Aviäre Influenza) – könnte das Aussterben solcher Arten in der Naturbedeuten und auch zu deutlichen Verlusten in der Zoopopulation führen. So ist der Balistar in seinem ursprünglichen Lebensraum von der Ausrottung bedroht und ebenso der Edwardsfasan, einer der seltensten Fasanarten der Welt. In Vietnam wurde er durch Lebensraumverlust und Wilderei fast ausgerottet. In modernen Zoos werden Balistare und Edwardsfasane durch Erhaltungszuchtprogramme erhalten – doch ein Virusausbruch könnte diese fragilen Populationen gefährden.Auch Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest oder der Blauzungenkrankheit gefährden nicht nur Tiere in den Zoos, sondern ebenso Nutztiere. So werden aufgrund fehlender zugelassenerImpfstoffe oder praxisferner Auflagen bei Seuchenausbrüchen regelmäßig große Anzahlen von Tieren getötet. Eine nationale Impfstrategie für Zootiere „Krankheitserreger machen nicht Halt vor Zäunen oder Stalltüren. Tierimpfung ist keine Nischenfrage – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Investition in Gesundheit und biologischeVielfalt. Daher fordern wir aktuell eine nationale Impfstrategie für Zoovögel gegen die Geflügelpest“, betont Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer. „Dies muss einhergehen mit der Zulassung von Impfstoffen auch für Zoovögel und Auflagen, die auf die gelebte Praxis in Zoos angepasst sind.“Der VdZ fordert Zulassungsverfahren für Zoo- und Wildtierimpfstoffe, nationale Impfstoffreserven für gefährdete Arten und eine gezielten Forschungsförderung.Zusätzlich benötigen Zoos verlässliche, praktikable Leitlinien in der EU und in Deutschland, die nicht nur die Impfung ermöglichen, sondern auch den weiteren Austausch der Tiere zwischen den Zoos untereinander gewährleisten. Nur so kann die Durchführung der EuropäischenZuchtprogramme und einer genetisch gesunden Reservepopulation sichergestellt werden. One Health: Tierimpfungen schützen Mensch, Umwelt und Wirtschaft Die enge Verbindung von Tier-, Umwelt- und menschlicher Gesundheit („One Health“) zeigt: Krankheitserreger wie Influenzaviren oder multiresistente Keime können zwischen Wildtieren, Nutztieren, Haustieren und Menschen springen. Jede Impfung – ob im Zoo, im Stall oder beim Haustierarzt – reduziert daher das Risiko für Zoonosen und schützt die öffentliche Gesundheit.Zoos arbeiten eng mit Forschungseinrichtungen wie dem Friedrich-Loeffler-Institut zusammen. Internationale Projekte – etwa in der Schweiz, wo bereits 2025 insgesamt 24 Vogelarten erfolgreich gegen die Vogelgrippe geimpft wurden – beweisen: Moderne Impfstoffe sind sicher und wirksam.
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