Weltweites Konsortium veröffentlicht genetische Veränderungen bei 38 Tumorarten27. Februar 2020 Forschende am Kieler Institut für klinische Molekularbiologie (IKMB) der CAU hatten innerhalb des Internationalen Krebs-Genom-Konsortiums (ICGC) jeweils 500 Genome und Transkriptome von malignen Lymphomen sequenziert. Bild: © Oliver Franke, IKMB Uni Kiel Kieler Forschende haben als Teil des umfassenden internationalen Pan-Cancer-Projects maligne Lymphome genetisch charakterisiert. Das internationale Konsortium Pan-Cancer Analysis of Whole Genomes (PCAWG), kurz Pan-Cancer, hat vor kurzem eine Fülle von Erkenntnissen über die genetische Grundlage von Krebs vorgelegt. Insgesamt 22 Einzelbeiträge wurden in Nature, Nature Genetics, Nature Biotechnology, Nature Communication und Nature Communications Biology veröffentlicht. Prof. Philip Rosenstiel, Vorstandsmitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) und Direktor am Institut für Klinische Molekularbiologie, CAU, UKSH. Bild: © Tebke Böschen, PMI Diese Publikationen sind das Ergebnis der bisher umfassendsten Studie zur Genetik von Krebserkrankungen und ein wichtiger Meilenstein in der Krebsforschung. Beteiligt waren rund 1300 Forscher aus 37 Ländern. Sie sequenzierten fast 2700 Genome von 38 verschiedenen Tumortypen sowie die entsprechenden gesunden Gewebe. Aufbauend auf den Ergebnissen sollen neue Ansätze für Diagnose und Therapie entwickelt werden. Beteiligt waren auch Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, unter anderem Prof. Philip Rosenstiel, Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI). Kein Tumor gleicht dem anderen. Meist liegt das an individuellen genetischen Abweichungen der jeweiligen Krebszellen. Daher hat sich das PCAWG-Konsortium zum Ziel gesetzt, aufzuspüren, welche Mutationen oder Muster in der Erbgutveränderung die Entstehung und das Wachstum von Krebs über Tumorarten hinweg fördern. Die PCAWG-Forscher griffen dazu auf die Daten des ICGC (International Cancer Genome Consortium) und des TCGA-Projekts (The Cancer Genome Atlas) zurück. In diesen Projekten sind die Genome und Transkriptome, also die Gesamtheit aller RNA-Moleküle, aus den Gewebeproben, vollständig sequenziert worden. Im Rahmen des Pan-Cancer-Projekts wurde das komplette Genom, einschließlich der Schlüsselregionen, die das An- und Ausschalten von Genen steuern, detailliert untersucht. Entstanden ist die bisher umfassendste genetische Landkarte über Krebs. Mit ihrer Hilfe erhoffen sich die Forschenden individuelle genetische Abweichungen von Tumor zu Tumor im Detail zu verstehen und Therapien künftig präziser an den individuellen Patienten anpassen zu können. Rosenstiel, Vorstandsmitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) ist stolz darauf einen kleinen Teil zu diesem Großprojekt beigetragen zu haben. „Diese Arbeit ist unglaublich wichtig und nur durch die Mithilfe von vielen Arbeitsgruppen auf der ganzen Welt möglich“, betont Rosenstiel, Direktor des Instituts für klinische Molekularbiologie (IKMB) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Innerhalb des Internationalen Krebs-Genom-Konsortiums (ICGC) hatten die Forschenden am Kieler IKMB jeweils 500 Genome und Transkriptome von malignen Lymphomen sequenziert. Diese kommen in sehr vielen unterschiedlichen Subtypen vor, entsprechend unterschiedlich ist auch die Prognose und geeignete Behandlung. „Mithilfe der nun vorliegenden Daten können neue molekulare Marker gefunden werden, mit deren Hilfe Ärztinnen und Ärzte zukünftig präziser Diagnosen stellen können und den individuellen Krankheitsverlauf besser vorhersagen können“, erklärt Rosenstiel. „Das Ziel ist es, Krebspatientinnen und -patienten basierend auf ihrem individuellen Tumorerbgut die am besten geeignete Therapie anbieten zu können. Ein Ansatz der Präzisionsmedizin, den wir auch in unserer Arbeit im Exzellenzcluster für Entzündungserkrankungen verfolgen.“ Über die PCAWG Die Pan-Cancer Analysis of Whole Genomes (PCAWG), kurz Pan-Cancer Project, ist eine internationale Zusammenarbeit, die versucht, gemeinsame Mutationsmuster in mehr als 2600 ganzen Krebsgenomen des International Cancer Genome Consortium (ICGC) und des Krebsgenomatlas (TCGA) zu identifizieren.
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