Weniger Hochrisiko-Prostatakrebs bei besserem Zugang zur Gesundheitsversorgung

Symbolbild
Grafik: Felix Pergande

Eine retro­spektive Kohortenstudie hat untersucht, ob die Erweiterung des ­US-Krankenversorgungssystems Medicaid gemäß dem Patient Protection and Affordable Care Act Einfluss auf die Epidemiologie von PSA-Spiegeln (≥20 ng/ml) zum Zeitpunkt der Diagnose von Prostatakrebs (PCa) hatte.

Die Daten von 122.324 Männern unter 65 Jahren mit PCa innerhalb der National Cancer Database wurden in die Studie einbezogen. Differenz-in-Differenz-Analysen (DID), bei denen soziodemografische Variablen mithilfe der linearen Regression angepasst wurden, verglichen die PSA-Werte bei der Diagnose vor der Medicaid-Erweiterung (2012–2013) und danach (2015-2016) zwischen Männern, die in Staaten leben, die Medicaid erweitert hatten (ME) und solchen, die das Programm nicht erweitert hatten (MnE).

Von 2012 bis 2016 stieg der Anteil der Männer mit PSA-Werten ≥20 ng/ml in MnE-Staaten von 18,9 % auf 19,8 %. während er in ME-Staaten von 19,9 % auf 18,2 % sank. Im Vergleich zu MnE-Staaten ging in ME-Staaten der Anteil der Männer mit PSA ≥20 ng/ml zurück (DID, -2,33 %; 95 %-KI, -3,21 % bis -1,44 %; p<0,001). Dementsprechend nahm der Anteil der Männer mit Hochrisiko-PCa in ME-Staaten im Vergleich zu den anderen Staaten ab (DID -1,25 %; 95 %-KI -2,26 % bis 0,25 %; p=0,015). Eine ähnliche statistisch signifikante Abnahme der PSA-Spiegel ≥20 ng/ml wurde bei schwarzen Männern festgestellt (DID -3,11 %; 95%-KI -5,25 % bis 0,96 %; p=0,005). „Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Medicaid-Erweiterung den Zugang zum PCa-Screening verbessert. Langzeitdaten sollten die onkologischen Ergebnisse bewerten“, schließen die Autoren.

(ms)

Publikation: Weiner AB et al. Cancer 2020 Jul 15; 126(14):3229–3236.