Weniger Reoperationen nach HoLEP als nach transurethraler Resektion

Routinedaten der AOK ermöglichten Einblick in die Reoperationsraten von Prostataoperationen – und ergaben einen Mengeneffekt. Foto: ri-lo -stock.adobe.com

Bei Benigner Prostataobstruktion (BPO) sind laut einer retrospektiven Studie Reoperationen innerhalb von 3 Jahren nach Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) seltener als nach transurethraler Resektion (TURP). Es zeigte sich außerdem ein Zusammenhang mit der Anzahl der ausgeführten HoLEPs.

PD Dr. Christian Gilfrich vom Barmherzige Brüder Klinikum St. Elisabeth in Straubing und Kollegen berichteten darüber im Journal „European Urology Focus“. Die Studie basierte auf pseudonymisierten Daten der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) für BPO-Patienten, die sich zwischen 2017 und 2019 einer TURP (n=29.790) oder HoLEP (n=3.330) unterzogen haben. Das 3-Jahres-Reoperationsrisiko wurde mittels der Kaplan-Meier-Methode und eines multivariaten Cox-Regressionsmodells, adjustiert für Komorbiditäten, analysiert.

Die unbereinigte Kaplan-Meier-Rate ohne Reoperation betrug nach TURP 93,5% (95%-Konfidenzintervall [KI] 93,2–93,7) im Vergleich zu 97,0% nach HoLEP (95%-KI 96,3–97,5%; p<0,001). In einer multivariaten Analyse war HoLEP mit einem geringeren Reoperationsrisiko als TURP assoziiert (Hazard Ratio [HR] zwischen 0,23 [95%-KI 0,14–0,38] und 0,65 [95%-KI 0,42–0,98], abhängig vom Fallaufkommen des Krankenhauses). Allerdings war das Risiko einer erneuten Operation höher bei Kliniken mit 1–49 HoLEP-Fällen (HR 2,74; 95 -KI 1,44–5,22) und mit 50–99 Fällen pro Jahr als bei solchen mit mehr als 250 Fällen. Für die TURP ließ sich solch ein Effekt nicht beobachten.

(ms)