Wenn emotionale Bilder die Balance ins Wanken bringen26. Februar 2026 Foto: © Thomas Suchanek/Vetmeduni Dass wütend bzw. fröhliche Stimmen die Balance von Hunden beeinflussen können, haben Wissenschaftler vom Klinischen Zentrum für Kleintiere der Vetmeduni Wien in einer kürzlich veröffentlichten Studie bereits gezeigt. In einer Folgestudie untersuchten die Forschenden nun die Auswirkungen von glücklichen resp. wütenden menschlichen Gesichtern auf die Körperbalance der Vierbeiner. Für die Untersuchung standen 17 gesunde Familienhunde ruhig auf einer hochpräzisen Druckmessplatte, während ihnen Bilder auf einem Fernseher gezeigt wurden. Diese bildeten abwechselnd fröhliche, wütende oder gar keine menschlichen Gesichter ab. Dabei wurde die Bewegung des „Center of Pressure“ (COP), dem Körperdruckmittelpunkt, gemessen. COP ist ein biomechanischer Marker, der feinste, oft mit bloßem Auge nicht erkennbare Schwankungen im Stand erfasst. Dies lässt Rückschlüsse auf die Körperstabilität zu. Ergebnisse überraschten die Forschenden Betrachteten die Wissenschaftler die Balanceveränderungen zwischen den drei Bedingungen (fröhlich, wütend, kein Bild), zeigte sich kein klarer Unterschied. Doch im Detail zeigte sich ein spannendes Muster. Die Forschenden gruppierten die individuellen Reaktionen jedes Hundes und fanden zwei klare Typen. Tiere, deren Stand stabiler wurde, und Tiere, die instabiler wurden. Beim Ansehen fröhlicher Gesichter zeigten etwa 65 Prozent der Hunde insgesamt geringere COP-Werte (stabilisierend), während 35 Prozent höhere Werte aufwiesen (destabilisierend). Beim Anblick wütender Gesichter waren es 53 Prozent mit stabilisierenden und 47 Prozent mit destabilisierenden Reaktionen. Mit anderen Worten: die entstehende emotionale Erregung beim Betrachten von beiden Gesichtsausdrücken schlägt sich individuell unterschiedlich je nach Hund direkt in der Körperbalance nieder. Dieser Befund passt zu dem, was man bereits aus der vorangegangenen Studie weiß. Nicht allein die Emotion (positiv oder negativ), sondern vielmehr die ausgelöste Erregung beeinflusst die Körperantwort. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hunde emotionale Informationen aus Gesichtern aus dem Fernseher nicht nur erkennen, sondern sie auch körperlich verarbeiten – sichtbar an winzigen Veränderungen ihrer Standstabilität. Das zeigt, wie wichtig es ist, welche Erfahrungen Hunde mit bestimmten Gesichtsausdrücken von Menschen gemacht haben und wie das die individuelle Emotionalität und Sensibilität unserer Hunde beeinflusst“, sagt Nadja Affenzeller vom Klinischen Zentrum für Kleintiere der Vetmeduni in Wien. Über die kürzlich veröffentlichte Studie: Wie wirken Menschenstimmen auf die Balance von Hunden? – Biermann Medizin
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