Wie COVID-19 den Geruchssinn beeinflusst

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Eine aktuelle Metastudie hat Studien ausgewertet, die Veränderungen in olfaktorischen Strukturen durch Bildgebung bei COVID-19-Patienten identifiziert haben. Dabei stellte sich heraus, dass die COVID-19-Patienten mit abnormaler Riechspalte viel öfter unter einer olfaktorischen Dysfunktion litten.

In die Studie eingeschlossen wurden sieben Fall-Kontroll-Studien (N = 353), elf Fallserien (N = 154), und elf Fallberichte (N = 12). Demnach war die Prävalenz einer Fehlbildung bei COVID-19-Patienten mit olfaktorischer Dysfunktion 16 mal höher (63%; 95% CI = 0,38–0,82) als bei der Kontrollgruppe (4%; 95% CI = 0,01–0,13).

Hingegen waren Abnormalitäten der Signale des Bulbus olfactorius bei Fällen und Kontrollen gleichmäßiger verteilt (88% bzw. 94%), gleiches gilt für Auffälligkeiten des Riechepithels (2% bzw. 0%). Eine beschreibende Analyse ergab, dass 55,6 Prozent beziehungsweise 43,5 Prozent der Patienten mit morphologischen Abweichungen des Bulbus olfactorius beziehungsweise des Riechsnervs, während der Bulbus olfactorius bei 60 Prozent ein abweichendes Volumen hatte.

Für die Autoren ist eine Trübung der Riechspalte ein radiologischer Schlüsselmarker für eine mit COVID-19 assoziierte olfaktorische Dysfunktion, während andere Abweichungen weniger damit assoziiert zu sein scheinen.

„Vor unserer Studie nahm man an, dass der durch COVID-19 bedingte Verlust des Geruchssinns vor allem auf eine Entzündungsreaktion und eines Schädigung der olfaktorischen Nerven zurückgeht. Nun haben Belege aus der medizinischen Bildgebung gesammelt, die zeigen, das der COVID-19-bedingte Verlust des Geruchssinns auch auf Schwellungen und Blockaden in der Nase zurückgeht“, so Senior-Autor Neville Wei Yang Teo, MRCS und MMed, vom Singapore General Hospital.

Die ebenfalls an der Studie beteiligte Claire Jing-Wen Tan von der National University of Singapore hält das für „eine gute Nachricht für die Patienten“. Die Studienautorin geht davon aus, dass Betroffene ihren Geruchssinn mit der Zeit wieder erlangen, da zu erwarten sei, dass diese Blockaden mit der Zeit zurückgehen. Sich von Nervenschädigungen zu erholen sei hingegen wahrscheinlich schwieriger, so Jing-Wen. Sie sagt auch, dass dies möglicherweise nicht vollständig auf diejenigen zutrifft, die von langanhaltender olfaktorischer Dysfunktion betroffen sind. Weitere Studien seien nötig. (ja)