Wie Drogen dem Herz schaden

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Vorhofflimmern wird heute als eine vermeidbare Krankheit angesehen. Die Suche nach beeinflussbaren Risikofaktoren ist daher eine wichtige Aufgabe. Einer aktuellen Studie im „European Heart Journal“ zufolge ist der Konsum bestimmter Drogen mit einem erhöhten Risiko assoziiert, ein Vorhofflimmern (VHF) zu entwickeln.

Unter Verwendung von Datenbanken des Office of Statewide Health Planning and Development führte eine US-amerikanische Studiengruppe um Gregory M. Marcus von der University of California in San Francisco, USA, eine Längsschnittanalyse erwachsener Kalifornier (≥18 Jahre alt; n=23.561.884) durch, die zwischen 2005 und 2015 in einer Notaufnahme, einer ambulanten Chirurgieeinrichtung oder einem Krankenhaus behandelt wurden. Im Fokus der Untersuchung stand der Zusammenhang zwischen der Kodierung des Konsums der einzelnen Substanzen und einer neuen VHF-Diagnose.

Von den eingeschlossenen Patienten konsumierten laut Kodierung 98.271 Methamphetamin, 48.701 Kokain, 10.032 Opiate und 132.834 Cannabis, 998.747 Patienten (4,2 %) entwickelten ein VHF. Nach Bereinigung um potenzielle Störfaktoren und Mediatoren war der Konsum von Methamphetaminen (HR 1,86; 95 %-KI 1,81–1,92), Kokain (HR 1,61; 95 %-KI 1,55–1,68), Opiaten (HR 1,74; 95 %-KI 1,62–1,87) und Cannabis (HR 1,35; 95 %-KI 1,30–1,40) jeweils mit einer erhöhten VHF-­Inzidenz assoziiert. Negativkontrollanalysen in derselben Kohorte ergaben keine ähnlich konsistenten positiven Zusammenhänge.

Fazit
Methamphetamin-, Kokain-, Opiat- und Cannabiskonsum waren jeweils mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern verbunden. Bemühungen, den Konsum dieser Substanzen einzuschränken, könnten einen neuen Ansatz zur Prävention von Vorhofflimmern darstellen. (ah)

Autoren: Lin AL et al.
Korrespondenz: Gregory Marcus; [email protected]
Studie: Cannabis, cocaine, methamphetamine, and opiates increase the risk of incident atrial fibrillation
Quelle: Eur Heart J 2022;43(47):4933–4942.
Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac558