Wie lassen sich Antibiotika-Verschreibungsraten senken?20. März 2019 © fotoduets – fotolia.com Hohe Antibiotika-Verschreibungsraten führen zu einem Anstieg von Antibiotika-Resistenzen. Es ist derzeit nicht bekannt, ob Ärzte, die häufig Antibiotika verschreiben, im Allgemeinen auch mehr Arzneimittel verschreiben. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Beziehung zwischen Antibiotika-Verschreibungen und einer allgemein hohen Verschreibungsrate in der Grundversorgung zu ermitteln. Im Zeitraum von 2014 bis 2015 wurde eine Querschnittsstudie mit 6517 Allgemeinmedizinern in England durchgeführt. Für die Hauptstudie wurden Daten der digitalen NHS-DPPD-Datenbank verwendet. Für die Replikationsstudie wurden Daten von 587 Allgemeinmedizinern in Großbritannien aus der Clinical Practice Research DataLink ausgewertet. Laut den NHS-DPPD-Verschreibungsdaten verordneten die Ärzte pro 1000 Patienten pro Jahr durchschnittlich 276,3 Antibiotika. Der Verschreibungsgrad von Antibiotika und anderen Medikamenten korrelierte stark. Ärzte mit einem hohen Verschreibungsgrad anderer Arzneimittel verschrieben 60 % mehr Antibiotika als Allgemeinmediziner, die allgemein wenig Arzneimittel verschrieben. Die Verschreibung von nicht-opioiden Schmerzmitteln und Benzodiazepinen war ebenfalls ein starker Indikator für die vermehrte Verschreibung von Antibiotika. Die Neigung von Allgemeinmedizinern zur Verschreibung von mehr Medikamenten ist ein wichtiger Indikator für die Verschreibung von Antibiotika. Bei Interventionen zur Optimierung der Verschreibungsraten von Antibiotika muss laut der Autoren auch das generelle Verschreibungsverhalten der betreffenden Ärzte berücksichtigt werden. Autoren: Li Y et al Korrespondenz: Tjeerd van Staa, E-mail: [email protected] Studie: Relationship between prescribing of antibiotics and other medicines in primary care: a cross-sectional study Quelle: Br J Gen Pract 2019; 69 (678): e42-e51. Web: https://bjgp.org/content/69/678/e42