Wie Magnesiumspiegel die HFrEF-Prognose beeinflussen

Wir wirken sich unterschiedliche Magnesiumspiegel auf die Prognose von Patienten mit HFrEF aus? Das wurde anhand von Daten der Studie GALACTIC-HF untersucht. (Symbolfoto: ©fidaolga/stock.adobe.com)

Wie wirken sich unterschiedliche Serumkonzentrationen von Magnesium auf die Prognose von Patienten mit HFrEF aus? Dieser Frage ging eine Forschungsgruppe aus den USA und dem Vereinigten Königreich unter Auswertung der Daten der GALACTIC-HF-Studie nach.

GALACTIC-HF stand unter Leitung von von John J. V. McMurray von der University of Glasgow. Laut den im „European Heart Journal“ publizierten Ergebnissen wiesen 10,7 Prozent der ambulanten Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) eine Hypermagnesiämie auf. Diese war im Vergleich zu normalen Magnesium­konzentrationen mit einem höheren Risiko für den primären Endpunkt assoziiert. Dabei handelte es sich um eine Kombination aus einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder kardio­vaskulärer Tod.

Abnorme Magnesium­werte waren allerdings nicht mit einem erhöhten Risiko für plötzlichen Herztod oder ventrikuläre Tachyarrhythmien verbunden. Diese Ergebnisse sprechen nach Ansicht der Studienautoren nicht für eine routinemäßige Korrektur einer Hypomagnesiämie, von der in der Studie fast jeder sechste Studienteilnehmer betroffen war.

Erhöhtes Risiko bei Hypermagnesiämie

GALACTIC-HF war eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische, ereignisgesteuerte Studie, die die Wirksamkeit und Sicherheit des experimentellen Myosin-Aktivators Omecamtiv-Mecarbil im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit HFrEF (LVEF ≤35 %) untersuchte. Für insgesamt 6147 ambulante Patienten lagen Serum­magnesiumwerte zu Studienbeginn vor. Von diesen wiesen 1082 (17,6 %) eine Magnesiumkonzentration <0,75 mmol/l, 4410 (71,7 %) eine Konzentration im Normbereich und 655 (10,7 %) eine Konzentration >0,95 mmol/l auf.

Die Inzidenzrate/100 Personenjahre für den primären kombinierten Endpunkt war bei Patienten mit Hypermagnesiämie am höchsten (34,9; 95 %-KI 31,2–39,0), während die Raten bei Patienten mit Hypomagnesiämie (21,5; 95 %-KI 19,4–23,8) und normalem Magnesiumspiegel (20,9; 95 %-KI 19,9–22,0) vergleichbar waren. Ähnliche Tendenzen zeigten sich für die einzelnen Komponenten des primären Endpunktes und die Gesamtmortalität.

Kein Zusammenhang mit plötzlichem Herztod oder Arrhythmien

Die Inzidenzrate für plötzlichen Herztod und ventrikuläre Tachyarrhythmie unterschied sich nicht zwischen den drei Magnesiumgruppen, das Risiko eines Todes durch Verschlechterung der Herz­insuffizienz war jedoch bei Patienten mit Hypermagnesiämie am höchsten.

(ahBIERMANN)