Wie sag ich´s meinem Patienten?23. Januar 2018 Foto: UBER IMAGES, Fotolia.ocm Ärzte und Pflegepersonal haben mit ihrer Kommunikation einen großen Einfluss auf Schmerzen und Heilungsverlauf bei den Patienten. Dies gilt auch für orthopädische Operationen, zum Beispiel Bandscheiben-OP oder Knie-Endoskopien. Einer der Spezialisten für Patientenkommunikation in Deutschland ist Prof. Ernil Hansen vom Universitätsklinikum Regensburg. Auf dem 28. BVASK-Kongress am 2. und 3. Februar im Düsseldorfer Medienhafen, gibt er einen Einblick in die moderne Arzt-Patienten-Kommunikation. „Es ist ein riesiger Unterschied, ob wir während eines Eingriffes ein Schmerzmittel einfach reinlaufen lassen oder dem Patienten dabei ausführlich und positiv erklären, wie es wirkt. Allein schon die Kommunikation bewirkt einen Placeboeffekt, der zusätzlich zum Eingriff Schmerzen verringern kann“, erklärt Hansen. Es sei sehr wichtig, welche Erwartungen beim Patienten erzeugt werden. Andersherum gäbe es auch den Nocebo-Effekt. Bei falscher Kommunikation, einer Symptom-Abfrage beispielsweise, können erst Recht Angst und Ungewissheit entstehen oder Schmerzen verstärkt werden. Hansen: „Frage ich etwa: `Haben Sie Schmerzen´, benutze ich die Worte brennen, stechen, Schmerz – so ist das wenig hilfreich. Ich kann aber im Gegenteil fragen: ´Fühlen Sie sich wohl?´ Dies löst zumindest keine Verstärkung der Symptome aus und man erreicht dennoch eine Äußerung des Patienten. Studenten, junge Mediziner und Pflegekräfte werden zunehmend in der modernen Patientenkommunikation geschult. Sie müssen schon früh die Negativ-Effekte kennen, um sie in der klinischen Praxis dann zu erkennen und abstellen zu können. Jede Klinik und Praxis sollte überprüfen, was der Patient vor, während und nach einem Eingriff zu sehen und zu hören bekommt. Ärzte müssen dafür sorgen, dass weniger negativ und schädigend kommuniziert wird. Im medizinischen Umfeld verhalten sich viele Menschen nicht normal. Da weint der gestandene Manager schon mal wie ein kleiner Junge. Dies zeigt die enorme Belastungssituation. Der Patient geht in eine natürliche Trance – wie das Kaninchen vor der Schlange. In diesem Trance-Zustand hat der Patient eine höhere Aufmerksamkeit und bezieht alles auf sich. Das ist gefährlich, auch bei belanglosen Arztgesprächen. Zusätzlich wirken alle Eindrücke, die der Patient verspürt, stärker, als sonst. Deshalb haben die Worte des medizinischen Personals in diesen Situationen solche großen körperlichen Auswirkungen.Wenn also zum Beispiel eine Operation nur bei leichter Betäubung stattfindet, braucht es eine gute, positive Kommunikation. „Patienten fühlen sich im Angst-Zustand schnell allein gelassen. Da helfen keine Medikamente – da braucht man den Menschen“, so Hansen abschließend. Weitere Infos
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