Wie Schuppenflechte auf die Gelenke übergreift19. Januar 2026 Aus dem Erlanger Forschungsteam (v.l.): Hashem Mohammadian, Andreas Ramming, Simon Rauber. (Foto: simoarts.com/Simone Kessler) Forschende aus Erlangen haben die Wanderung von Entzündungszellen von der Haut in das Gelenk entschlüsselt. Etwa 20 bis 30 Prozent aller Menschen, die an Psoriasis leiden, entwickeln im Laufe der Zeit zusätzlich eine Psoriasis-Arthritis, die unbehandelt zu dauerhaften Knochen- und Gelenkschädigungen führen kann. Warum dieser Übergang bei manchen Patientinnen und Patienten passiert und bei anderen nicht, war bislang ein Rätsel. Ein Forscherteam an der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie des Uniklinikums Erlangen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konnte aufklären, welche Zellen von der Haut von Psoriasis-Patienten in die Gelenke gelangen und wie sie es dort schaffen, eine Entzündung auszulösen. Diese Erkenntnisse liefern neue Ansätze, wie Psoriasis-Arthritis verhindert werden kann, bevor sie ausbricht. Seine Ergebnisse hat das Team in „Nature Immunology“ veröffentlicht. Übertritt der Entzündungszellen von der Haut in das Gelenk Bei der Schuppenflechte entstehen in der entzündeten Haut spezielle Vorläuferzellen des Immunsystems. „Diese Zellen können von der Haut in den Blutkreislauf übertreten und dann in die Gelenke wandern“, sagt Dr. Simon Rauber, wissenschaftlicher Arbeitsgruppenleiter der Medizinischen Klinik 3. „Interessant ist, dass allein die Einwanderung der Immunzellen in das Gelenk allein nicht ausreicht, um dort eine Entzündung auszulösen.“ Einnistung von Entzündungszellen im Gelenk Entscheidend ist, was im Gelenk passiert, in welchem die eingewanderten Immunzellen auf Fibroblasten treffen. „Bei Menschen, die eine Psoriasis-Arthritis entwickeln, ist diese Schutzfunktion der Bindegewebszellen deutlich reduziert“, sagt Prof. Andreas Ramming, Teamleiter und stellvertretender Klinikdirektor der Medizinischen Klinik 3. „Die Folge ist, dass die eingewanderten Entzündungszellen nicht kontrolliert werden und dadurch eine Entzündungsreaktion im Gelenk auslösen.“ Die Ergebnisse liefern eine Erklärung dafür, warum sich bei manchen Psoriasis-Patienten zusätzlich eine Gelenkerkrankung entwickelt. Früherkennung und Prävention bevor die Erkrankung sich auf das Gelenk schlägt Da die wandernden Immunzellen sich bereits im Blut nachweisen lassen, bevor die Gelenkentzündung beginnt, könnten sie künftig als Frühwarnsignal dienen, um gefährdete Patienten rechtzeitig zu identifizieren. Zukünftige Behandlungsstrategien könnten gezielt diese Wanderung der Entzündungszellen unterbinden und dadurch verhindern, dass eine Gelenkentzündung entstehen kann. Die Arbeiten wurden unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des SFB/TRR 369 – DIONE: Knochenschädigung furch Entzündung“, durch den European Research Council (ERC) im Rahmen des Projekts „Barrier Break“ sowie das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung Erlangen (IZKF) im Rahmen des Projekts „Tissue imprinting of skin-derived immune cells in psoriatic arthritis“ gefördert.
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