Wiederkehrende Koronarereignisse – Übeltäter Überstunden

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Bei Patienten, die nach einem 1. Myokardinfarkt (MI) ins Berufsleben zurückkehren, ist eine längere Wochenarbeitszeit mit einem erhöhten Risiko für rezidivierende KHK-Ereignisse assoziiert. Zu diesem Schluss gelangt eine Studie von Wissenschaftlern der Université Laval in Quebec, Kanada.

Bislang gab es zwar Hinweise aus prospektiven Studien, dass lange Arbeitszeiten mit dem Auftreten einer koronare Herzkrankheit (KHK) assoziiert sind. Allerdings mangelte es an Evidenz für wiederkehrende KHK-Ereignisse bei Patienten nach einem 1. MI.

In die prospektive Kohortenstudie nahmen Studienleiter Dr. Xavier Trudel und Kollegen 967 Männer und Frauen im Alter von 35–59 Jahren auf, die nach einem 1. MI an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten. Die Patienten wurden aus 30 Krankenhäusern in der Provinz Quebec, Kanada, rekrutiert. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 5,9 Jahre. Lange Arbeitszeiten wurden im Durchschnitt 6 Wochen nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz erfasst. KHK-Ereignisse (tödlicher oder nicht tödlicher MI und instabile Angina pectoris), die während der Nachbeobachtungszeit auftraten, wurden anhand der Krankenakten der Patienten ermittelt.

KHK-Rezidive traten bei 205 Patienten auf. Teilnehmer, die lange arbeiten (≥55 h/Woche), hatten ein höheres Risiko für rezidivierende KHK-Ereignisse nach Kontrolle für soziodemografische, lebensstilbezogene Risikofaktoren, klinische Risikofaktoren, Faktoren der Arbeitsumgebung und Persönlichkeitsfaktoren (HR vs. 35–40 h/Woche: 1,67; 95%-KI 1,10–2,53). Diese Ergebnisse zeigten einen linearen Risikoanstieg bei einer Arbeitszeit von >40 h/Woche und einen stärkeren Effekt nach den ersten 4 Jahren der Nachbeobachtung und wenn eine Kombination von langen Arbeitszeiten und beruflicher Belastung vorliegen.

Fazit
Bei Patienten, die nach einem ersten MI wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, ist eine längere Arbeitszeit pro Woche mit einem erhöhten Risiko für wiederkehrende KHK-Ereignisse verbunden. Sekundärpräventive Interventionen, die darauf abzielen, die Anzahl der Arbeitsstunden bei diesen Patienten zu reduzieren, könnten das Risiko eines KHK-Rezidivs senken, folgern die Studienautoren. (ah)

Autoren: Trudel X et al.
Korrespondenz: Xavier Trudel; [email protected]
Studie: Long Working Hours and Risk of Recurrent Coronary Events
Quelle: J Am Coll Cardiol 2021;77(13):1616–1625.
Web: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2021.02.012