Tausende neue Arten entdeckt27. Juli 2023 Neu entdeckte Organismen der Tiefsee, aus verschiedenen Perspektiven fotografiert: A, B: Seesterne, C: Wurmmollusk. Foto: © Chong Chen, JAMSTEC Fast wäre die Tiefsee-Expedition „AleutBio“ kurz vor dem Start gescheitert. Doch aus dem Beinahe-Drama wurde ein großer Erfolg. Tausende neue Arten wurden entdeckt. Wie das gelang, berichtet die Meeresbiologin und Fahrtleiterin Angelika Brandt. „Es war die schwierigste Fahrt meines Lebens“, sagt die Meeresbiologin Angelika Brandt über ihre Expedition in die nordostpazifische Tiefsee. Die Frankfurter Professorin leitete das Wissen-schaftsprogramm von „AleutBio“, einer internationalen Mission zur Erforschung der Artenvielfalt im Beringmeer und Aleutengraben. Kurz vor Fahrtbeginn drohte der ursprünglich als deutsch-russische Expedition geplanten Fahrt wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine das Aus. Eine Verlagerung in amerikanische Gewässer rettete sie in praktisch letzter Minute. Vor rund einem Jahr konnte dann ein 38-köpfiges Team um Angelika Brandt mit dem Forschungsschiff Sonne von Dutch Harbor auf der US-Insel Unalaska starten. Während der 44-tägigen Expedition legten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gut 3600 Seemeilen zurück. Mit moderner Meerestechnik untersuchten sie, wie es in Tiefen von mehr als 7000 Metern aussieht und welche Organismen dort vorherrschen. „Wir haben Arten gefunden, die vom Kurilen-Kamtschatka-Graben bis zum Aleutengraben vorkommen, die also über dreitausend Kilometer hinweg die gleiche Art darstellen“, berichtet Angelika Brandt im Interview für die Website der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ). Die Expedition habe Tausende neue Arten zutage gefördert, die nun in Forschungslaboren weltweit genau untersucht werden. Stationen der internationalen AleutBio-Expedition im Beringmeer und Aleutengraben. Foto: © Anne-Cathrin Wölfl & Kevin Kess, Geomar Die im Frühjahr 2022 von Bundesforschungsministerium eingefrorene Wissenschaftskooperation mit Russland liegt weiterhin auf Eis. „Die Arbeitsbeziehungen ruhen und Freundschaften, die über Jahrzehnte entstanden sind, stecken in einer tiefen Krise“, sagt Angelika Brandt. Es sei viel Vertrauen verloren gegangen: „Einige Kollegen haben sich im Ukrainekrieg auf die Seite Putins geschlagen, was ich nicht akzeptieren kann.“ Der Kreml-Chef habe dem Austausch russischer Forscher mit Kollegen im Ausland auf lange Sicht geschadet.
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