Wie wirksam sind nicht chirurgische Interventionen bei Patienten mit chronischer Ischialgie?22. Dezember 2025 Bild: syahrir – stock..adobe.com In einer Review-Studie verglichen Forschende aus den Niederlanden die Wirksamkeit diverser nicht chirurgischer Interventionen bei Erwachsenen mit chronischer Ischialgie mit unklarem Ergebnis. Die Studienautoren durchsuchten Literaturdatenbanken nach randomisierten kontrollierten Studien (RCT) zu nicht chirurgischen Interventionen bei Erwachsenen mit chronischer Ischialgie (≥3 Monate). Primäre Endpunkte waren die Intensität der Schmerzen in den Beinen und die körperliche Funktionsfähigkeit bei der kurz-, mittel- und langfristigen Nachuntersuchung. Die Forschenden berücksichtigten 50 RCT mit 4920 Teilnehmern. Kurzfristig zeigten die spinale Manipulationstherapie (mittleres ∆ [m∆] -61,01; 95 %-Konfindenzintervall[KI] -94,64 bis -27,39), Bewegung plus neurale Mobilisierung (m∆ -60,01; 95 %-KI -93,08 bis -26,95) und Weichteilanästhesie-Injektionen (m∆ – 60,01; 95 %-KI -99,08 bis -20,95) die größte Verringerung der Beinschmerzintensität versus Placebo (alle basierend auf sehr geringer Evidenzqualität). Epidurale Magnesiuminjektionen verbesserten die körperliche Funktion kurzfristig (m∆ -40,45; 95 %-KI -54,00 bis -26,89; sehr geringe Zuverlässigkeit). Langfristige Einschränkungen der körperlichen Funktion traten außerdem bei epiduralen Steroid- plus Ketamin-Injektionen (m∆ -15,51; 95 %-KI -21,50 bis -9,52) und epiduralen Injektionen plus Physiotherapie (m∆ -12,01; 95 %-KI -7,27 bis -6,75; sehr geringe Zuverlässigkeit) auf. Mehr groß angelegte Studien für evidenzbasierte Aussage erforderlich Laut den Autoren lässt sich festhalten, dass die Evidenz hinsichtlich der Wirksamkeit nicht chirurgischer Interventionen bei Patienten mit chronischer Ischialgie als sehr unsicher zu bewerten ist. Zukünftige RCT sollten Verzerrungen minimieren und größere Stichproben umfassen, um die Zuverlässigkeit der Evidenzbasis für chronische Ischialgie zu verbessern. Perspektivisch gibt es derzeit keine hochwertigen Belege, die die überlegene Wirksamkeit einer nicht chirurgischen Intervention bei Patienten mit chronischer Ischialgie bestätigen. Während einige Behandlungen eine kurzfristige Linderung der Beinschmerzen bewirken können, unterstreicht die sehr geringe Evidenz die Notwendigkeit strenger und groß angelegter Studien, um die klinische Entscheidungsfindung besser zu unterstützen. (bi/BIERMANN) Originalarbeit: Zhu Z et al. Effectiveness of non-surgical interventions for patients with chronic sciatica: A systematic review with network meta-analysis. J Pain 2025:33:105431.doi: 10.1016/j.jpain.2025.105431
Mehr erfahren zu: "Wenn eine OP-Komplikation zur Karrierekrise wird" Wenn eine OP-Komplikation zur Karrierekrise wird Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) sieht den Nachwuchs im Fach durch „Second Victims“-Erfahrungen bedroht – das heißt, wenn Chirurgen nach unerwarteten OP-Komplikationen oder Behandlungsfehlern unter anhaltenden psychischen oder körperlichen […]
Mehr erfahren zu: "Selbsterfüllende Prophezeiung: Wie Erwartungen Schmerz verstärken können" Selbsterfüllende Prophezeiung: Wie Erwartungen Schmerz verstärken können Soziale Informationen können beeinflussen, wie stark Menschen Schmerz und Anstrengung empfinden. Eine US-amerikanische Studie zeigt, welche Mechanismen dahinterstecken.
Mehr erfahren zu: "Forscher entwickeln CAR-T-Zellen gegen Osteosarkome" Forscher entwickeln CAR-T-Zellen gegen Osteosarkome Forschende der Case Western Reserve University und der University Hospitals in Cleveland (USA) haben eine Immunzelltherapie entwickelt, die Osteosarkom-Tumore in Mausmodellen erfolgreich bekämpft.