Verstärkt Gold die Wirkung der Bestrahlung?21. Januar 2019 Foto: © Klavdiya Krinichnaya – Fotolia.com Um Kinder mit Hirntumoren künftig besser behandeln zu können, erhält ein Forschungskonsortium 810.000 Euro aus dem Leitmarktwettbewerb „LifeSciences.NRW“. Projektleiterin ist Prof. Beate Timmermann, Direktorin der Klinik für Partikeltherapie in der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und ärztliche Leiterin des Westdeutschen Protonentherapiezentrums (WPE) des Universitätsklinikums Essen. Werden Tumoren gezielt mit Protonen bestrahlt, kann umliegendes gesundes Gewebe geschont werden. „Dies ist gerade bei jungen Kindern sehr wichtig, die beispielsweise wegen eines Hirntumors intensiv behandelt werden müssen, deren ganzer Körper aber noch wächst“, erklärte Timmermann. Mit den Fördermitteln soll nun ein neuer Therapieansatz (SYNGOPRO) entwickelt werden, bei dem die Protonenbestrahlung mit örtlich verabreichten Goldnanopartikeln kombiniert wird. „Es gibt Hinweise, dass Goldnanopartikel die Strahlenwirkung verstärken. Dann könnte man das gesunde Gewebe schonen, wenn es gelingt, die Strahlen gezielt dort zu verstärken, wo sie wirken sollen“, sagte Chemieprof. Dr. Stephan Barcikowski vom Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE). Nun kommt es darauf an, die viel versprechenden Ergebnisse aus den Voruntersuchungen in den Klinikalltag zu übertragen. „Zur Optimierung der Wirkung der winzigen Partikel bei der Bestrahlung von Tumoren brauchen wir gute präklinische Modelle, die wir in SYNGOPRO entwickeln werden“, erklärte Prof. Alexander Schramm, Leiter des Labors für Molekulare Onkologie. „Und wir müssen exakte Rückschlüsse auf die spätere klinische Anwendung ziehen können“, ergänzte Dr. Stephan Tippelt, Oberarzt der Kinderklinik III am Universitätsklinikum Essen und spezialisiert auf Hirntumoren und betont: „Wir wollen herausfinden, ob und in welchem Maße die Partikel die Bestrahlungswirkung intensivieren.“ Dann kommt man langfristig eventuell mit weniger Strahlung aus; das wäre für die Kinder natürlich noch verträglicher. Denn eine Bestrahlung birgt immer ein gewisses Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen. Kommt die Strahlentherapie mit geringeren Dosen aus, weil die Wirkung dank entsprechender Nanopartikel verstärkt wurde, lassen sich mögliche Spätfolgen aus der Bestrahlung vermeiden und die Lebensqualität der jungen Patienten steigt.
Mehr erfahren zu: "Menopause hinterlässt molekularen Fingerabdruck mit möglichem Hinweis auf Demenzrisiko" Menopause hinterlässt molekularen Fingerabdruck mit möglichem Hinweis auf Demenzrisiko Eine neue US-amerikanische Studie zeigt, dass Veränderungen bestimmter Proteine während der Menopause mit einem erhöhten Demenzrisiko im späteren Leben assoziiert sind.
Mehr erfahren zu: "Pränatale Depressionen erhöhen das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen" Pränatale Depressionen erhöhen das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen Kinder, deren Mütter vor der Geburt unter Depressionen leiden, zeigen häufiger bestimmte neurologische Entwicklungsstörungen – unabhängig davon, ob sie im Mutterleib Antidepressiva ausgesetzt waren. Dies geht aus einer Studie hervor, […]
Mehr erfahren zu: "Trotz rückläufigem Trend: Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter häufigste Todesursache" Trotz rückläufigem Trend: Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter häufigste Todesursache Eine gute und eine schlechte Nachricht: Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren laut der neuesten Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes auch in 2025 die häufigste Todesursache. Seit dem Jahr 2022 sinken die Fallzahlen aber deutlich.