Wirksamkeit einer Intervention zur Verbesserung der Sicherheitskultur19. März 2019 © yurolaitsalbert – fotolia.com Die Förderung einer Sicherheitskultur ist ein wesentlicher Schritt zur Wahrung der Patientensicherheit in der Grundversorgung. Die Methoden effektiver Schulungen zur Qualifizierung von Fachkräften für Patientensicherheit sind jedoch komplex. Eine Untersuchung in Galicien, Spanien, hat herausgearbeitet, wie wirksam ein solches Schulungsprogramm für Angehörige der Gesundheitsberufe ist. Galicien ist in sieben Gesundheitsgebiete mit 398 Zentren zur Grundversorgung eingeteilt. Jedes Gesundheitsgebiet besitzt ein Ausbildungszentrum für Familien- und Kommunalmedizin. Zur Teilnahme an der Untersuchung wurden 69 Paare von Tutoren und Medizinern in der Ausbildung eingeladen, die sich in der Einrichtung in ihrem vierten und damit letzten Jahr befanden. Die Paare wurden randomisiert zwei Studienarmen zugeteilt. In die Interventionsgruppe kamen 27 Tutoren und 26 auszubildende Mediziner. Die Kontrollgruppe bestand aus 23 Tutoren und 23 Auszubildenden. Zu Beginn nahmen alle an der Umfrage zur Patientensicherheitskultur teil. Dann erhielt die Interventionsgruppe eine spezifische Sicherheitsschulung. Die Maßnahmen beinhalteten unter anderem einen zweistündigen Workshop zur Patientensicherheit, in dem eine Krankenschwester und ein Arzt zum Beispiel zum Vorgehen bei Medikamentennebenwirkungen aufklärten sowie den Ablauf zur Meldung von unvorhergesehenen Vorfällen schilderten. Die Auszubildenden zeichneten über 15 Tage Sicherheitsvorfälle auf, dokumentierten sie strukturiert und erhielten Rückmeldungen zu ihrer Leistung. Die Kontrollgruppe setzte keine vergleichbaren Maßnahmen um. Nach vier Monaten wurde mit allen Teilnehmern nochmals die gleiche Umfrage durchgeführt. Als Zielparameter wurde die Änderungen in der Sicherheitskultur definiert. Zur Ergebnismessung führten die Autoren bivariate und adjustierte Analysen durch. Um den Einfluss der demografischen Merkmale der Teilnehmer sowie ihre Evaluation der 12 Dimensionen der Sicherheitskultur zu untersuchen, wurde für jeden Zielparameter ein multivariates Modell erstellt. In der bivariaten Analyse konnte kein Einfluss der Intervention auf den Patientensicherheitsgrad (–0,040) festgestellt werden. Die Wahrscheinlichkeit, ein bis zwei Ereignisse zu melden, erhöhte sich um 1,14 (0,39–3,35) und um 13,75 (2,41–354,37), dass drei oder mehr Ereignisse gemeldet wurden. Unterschiedliche Dimensionen hatten signifikante unabhängige Auswirkungen auf die jeweilige Zielvariable. Fazit In den Ausbildungszentren für Familien und Kommunalmedizin kann eine entsprechende Schulung zu einer zuverlässigeren Meldung unerwünschter Ereignisse führen. Aufgrund der Komplexität sind weitere Studien in anderen Ausbildungszentren mit verschiedenen Gesundheitsexperten erforderlich, so das Resümee der Studienautoren. (isch) Autoren: González-Formoso C et al. Korrespondenz: Ana Claveria, Quality and Research Unit, Primary Care, EOXI Vigo, Galician Health Service, RedIAPP, Grupo I-Saúde (Instituto de Investigación Sanitaria Galicia Sur), Rosalía de Castro 21-23, 36201 Vigo, Spain Studie: Effectiveness of an educational intervention to improve the safety culture in primary care: a randomized trial Quelle: BMC Family Practice 2019;20:15 (epub 18.1.2019). Web: https://doi.org/10.1186/s12875-018-0901-8