Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin zusätzlich zur automatisierten Insulingabe: Verbesserte glykämische Kontrolle bei erhöhter Keton-Konzentration


TORONTO (Biermann) – Automatisierte Insulinverabreichungssysteme mit geschlossenem Kreislauf (Closed-Loop) dienen der Behandlung eines T1D. Die Insulingabe erfolgt über eine tragbare Insulin­pumpe mit einem Glukosesensor, der mit einem mathema­tischen Dosierungsalgorithmus automatisiert wird. Nach wie vor besteht jedoch noch die Notwendigkeit, diese Closed-Loop-Therapie bei einem T1D zu optimieren.


Nun haben US-amerikanische Wissenschaftler die glykämische Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin 25 mg d-1 als Zusatztherapie zur Insulinverabreichung in einem Closed-Loop-System untersucht. Sie führten dazu eine 2×2 faktorielle, randomisierte, placebokontrollierte Crossover-Studie an 2 Zentren durch. Die Probanden erhielten jeweils 4 Wochen lang entweder die Closed-Loop-Therapie plus Empagliflozin, die Closed-Loop-Therapie plus Placebo, eine Therapie mit sensorgestützter Pumpe (SAP) plus Empagliflozin oder eine SAP-Therapie plus Placebo. Primärer Endpunkt war die Zeit, die im Glukose-Zielbereich (3,9–10,0 mmol l-1) verbracht wurde, berechnet über den gesamten Zeitraum von 4 Wochen. Die primären Vergleiche betrafen Empagliflozin vs. Placebo bei der Closed-Loop- oder SAP-Therapie, die übrigen Vergleiche waren abhängig von der Signifikanz der Therapie.
Insgesamt 24 der 27 randomisierten Teilnehmer wurden in die endgültige Analyse einbezogen. Im Vergleich zu Placebo verbesserte Empagliflozin die Zeit im Ziel­bereich bei der Closed-Loop-Therapie um 7,2 % und bei der SAP-Therapie um 11,4 %. Außerdem verbesserte die Closed-Loop-Therapie plus Empagliflozin die Zeit im Zielbereich vs. SAP-Therapie plus Empagliflozin um 6,1 % und belief sich auf 17,5 % für die Kombination aus Closed-Loop-Therapie und Empagliflozin vs. SAP-Therapie plus Placebo. Während bei keiner der Interventionen eine diabetische Ketoazidose oder schwere Hypo­glykämie zu beobachten war, traten unkomplizierte Ketose-Ereignisse unter Empagli­flozin häufiger auf.
Aus diesen Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass Empagliflozin 25 mg d-1 zusätzlich zur automa­tischen Insulinabgabe die glykä­mische Kontrolle verbessert, jedoch die Keton-Konzentration und die Ketose vs. Placebo erhöht. 

Autoren: Haidar A et al.
Korrespondenz: Dr. Bruce A. Perkins, Lunenfeld-Tanenbaum Research Institute, Mount Sinai Hospital, Toronto, Ontario, Kanada;
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Studie: Empagliflozin add-on therapy to closed-loop insulin delivery in type 1 diabetes: a 2 × 2 factorial randomized crossover trial
Quelle: Nat Med 2022;28(6):1269–1276.
doi: 10.1038/s41591-022-01805-3