Wirkungsmechanismus von Betablockern bei Herzinsuffizienz (HFrEF)

Betablocker
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Obgleich Betablocker das Überleben von Patienten mit Herzinsuffizienz (HI) erhöhen, sind die Mechanismen hinter diesem Schutz nicht vollständig verstanden und nicht alle Patienten mit HI sprechen gut auf sie an. Dr. Alessandro Cannavo von der Temple University in Philadelphia und seine Kollegen konnten bereits zeigen, dass in Kardiomyozyten eine reziproke Herunterregulation zwischen b1-adrenergen Rezeptoren (ARs) und dem kardioprotektiven Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-1 (S1PR1) auftritt. In einer aktuellen Studie decken die Autoren nun einen Mechanismus auf, über den b1-Blocker der HI-Progression bei Patienten mit Ischämie vorbeugen. Dies spreche dafür, dass eine b3AR-Dysfunktion die Ursache einer begrenzten/keiner Effektivität bei b1AR-Blocker-insensitiven HI-Patien­ten sein könnte.

Die Autoren waren von der Hypothese ausgegangen, dass – zusätzlich zu heilsamen Aktionen aufgrund einer direkten b1AR-Blockade – Subs­tanzen wie Metoprolol (Meto) die strukturellen und funktionellen Ergebnisse nach einem Myokard­infarkt (MI) via wiederhergestelltem S1PR1-Signaling verbessern können. Sie versuchten die Mechanismen aufzudecken, die für diesen Effekt verantwortlich sind. Das Team um Cannavo testete die In-Vitro-Effekte von Meto an HEK293-Zellen und an ventrikulären Kardiomyozyten, die sie aus neugeborenen Ratten isoliert hatten. In vivo beurteilten sie die Effekte von Meto in MI Wildtyp- und b3AR-Knockout-Mäusen.

Die Tests ergaben, dass in vitro Meto der Katecholamin-induzierten Herunterregulation von S1PR1 vorbeugt. Bei S1PR1 handelt es sich um einen wichtigen protektiven kardialen Signalpfad. In vivo zeigen die Autoren, dass Meto die Progression der HI nach einem MI in Mäusen ebenso stoppt wie eine chronische S1P-Behandlung. Wichtig dabei: Menschen mit HI, die b1AR-Beta­blocker erhalten, zeigen erhöhte Spiegel von zirkulierendem S1P, was bestätigt, dass Meto die S1P-Sekretion/Signalgebung fördert. Zudem fanden die Forscher, dass die Meto-induzierte S1P-Sekretion b3AR-abhängig ist, da die Meto-Infusion in b3AR-Knockout-Mäusen weder die Spiegel des zirkulierenden S1P erhöht noch die Dysfunktion nach MI verbessert, wie in Wildtyp-Mäusen.

Autoren: Cannavo A et al.
Korrespondenz: Dr. Walter J.Koch; [email protected]
Studie: b1-Blockade Prevents Post-Ischemic Myocardial Decompensation Via b3AR-Dependent Protective Sphingosine-1 Phosphate Signaling
Quelle: 2017;70(2):182–192.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.jacc.2017.05.020

J Am Coll Cardiol