WWP2-Gen: Entdeckung ermöglicht neue Behandlungsmöglichkeiten für Nierenkrankheiten22. März 2024 Foto: © Rasi/stock.adobe.com Wissenschaftler der Duke-NUS Medical School, Singapur, haben ein Gen identifiziert, das eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Energieversorgung von Zellen spielt, die Nierenversagen verursachen. Diese Entdeckung des Gens mit dem Namen WWP2 bietet ein neues Ziel für Therapien, die darauf abzielen, die Vernarbung und Schädigung der Nieren zu mildern. Die in der Fachzeitschrift „Journal of the American Society of Nephrology“ veröffentlichte Studie zeigt einen neuen Ansatz für die Entwicklung von Behandlungen und Medikamenten auf, die das Fortschreiten chronischer Nierenkrankheiten aufhalten sollen. „Unsere Forschung konzentrierte sich auf Myofibroblasten, eine Art von Nierenzellen, die eine zentrale Rolle bei der Vernarbung des Nierengewebes bei Fibrose spielen. Indem wir den Zusammenhang zwischen den Stoffwechselaktivitäten dieser Zellen und dem Fortschreiten der Krankheit untersuchten, entdeckten wir, dass wir durch die Regulierung der Energiezufuhr zu den Myofibroblasten ihre Funktion kontrollieren und die Nierenfibrose möglicherweise aufhalten können“, kommentiert Professor Jacques Behmoaras vom Programm für kardiovaskuläre und metabolische Störungen an der Duke-NUS. Unter der Leitung von Associate Professor Enrico Petretto, dem Direktor des Zentrums, analysierte das Forschungsteam über 130 Biopsieproben von Patienten in China und Italien. Ihre Ergebnisse zeigten, dass das Vorhandensein des WWP2-Gens in Myofibroblasten mit dem Fortschreiten der Nierenfibrose in Verbindung steht. Das Gen ist entscheidend für die Regulierung der Mitochondrien. „In unseren präklinischen CKD-Modellen entdeckten wir, dass ein höherer WWP2-Spiegel den Stoffwechsel der Zelle ‘neu verdrahtet’ und so zum Fortschreiten der Fibrose beiträgt. Andererseits kurbelt ein Mangel an WWP2 den Stoffwechsel in den Nierenzellen an und verlangsamt die Narbenbildung, wodurch der Schweregrad der Nierenfunktionseinschränkung und der Fibrose verringert wird“, so Dr. Chen Huimei, leitender Forschungswissenschaftler des Programms für kardiovaskuläre und metabolische Störungen. In früheren Studien hatte das Team festgestellt, dass WWP2 die Narbenbildung bei Herzerkrankungen kontrolliert. Ein gezielter Einsatz des Gens bei Patienten könnte die Bildung von übermäßigem Narbengewebe aufhalten und das Fortschreiten der Herzinsuffizienz verzögern. „Durch unsere Studien haben wir gezeigt, dass WWP2 ein neues potenzielles Ziel für die Entwicklung von Medikamenten ist, die das Fortschreiten der Fibrose bei verschiedenen Krankheiten aufhalten. Dies gilt insbesondere für CKD, die zu Nierenversagen führen kann und ohne Behandlung tödlich ist. Unsere Ergebnisse ebnen den Weg für die Entwicklung neuer und vielversprechender Therapien für solche Krankheiten, für die es sonst nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten gibt“, so Prof. Petretto, der auch Systemgenetiker im Duke-NUS-Programm für kardiovaskuläre und metabolische Störungen ist.
Mehr erfahren zu: "Klappt die Vier-Wochen-Operation für stabile Kassenbeiträge?" Klappt die Vier-Wochen-Operation für stabile Kassenbeiträge? Die stark steigenden Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Dafür macht sich die Koalition jetzt konkret an ein Gesetz. Kommt es durch und im straffen Zeitplan ans Ziel?
Mehr erfahren zu: "Gesundheitsministerkonferenz: Impulse für Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und Gesundheitsschutz" Gesundheitsministerkonferenz: Impulse für Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und Gesundheitsschutz Unter Leitung des Vorsitzenden Dr. Andreas Philippi sind auf der diesjährigen Gesundheitsministerkonferenz mehr als 50 Anträge beraten und entsprechende Beschlüsse gefasst worden. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nahm als Gast an den Beratungen teil.
Mehr erfahren zu: "Erste Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen Syndrom setzt auf Früherkennung und interdisziplinäre Versorgung" Weiterlesen nach Anmeldung Erste Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen Syndrom setzt auf Früherkennung und interdisziplinäre Versorgung Amerikanische Fachgesellschaften haben die erste Leitlinie zum kardiorenal-metabolischen (CKM-)Syndrom erarbeitet. Im Fokus stehen neben Prävention und Früherkennung auch das wachsende Spektrum an Behandlungsoptionen.