Zecken? Ganzjährig ein Thema – warum Tierhalter jetzt handeln sollten

Hunde sollten täglich auf Zecken kontrolliert werden. Zecken stechen bevorzugt an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und zwischen den Zehen. Foto: © iStock/MeePoohayaphoto

Ob Spaziergang mit dem Hund im Februar, im Sommer oder im Spätherbst: Zecken machen längst keine Winterpause mehr. Deshalb sollten konsequente Zeckenprophylaxe aus der Tierarztpraxis und tägliches Absuchen der Tiere zur festen Routine gehören.

Wer hier frühzeitig handelt, schützt seinen Hund nicht nur vor lästigen Stichen, sondern reduziert auch das Risiko schwerer, teils lebensbedrohlicher Erkrankungen wie der Babesiose. Darauf weist der Bundesverband Tiergesundheit e. V. (BfT) in einer aktuellen Mitteilung hin.

Zecken in Deutschland ‒ auch im Winter aktiv

Milde Winter und lange Übergangszeiten sorgen dafür, dass Zecken heutzutage ganzjährig aktiv sind, bereits ab etwa +7 °C – manche Arten sogar bei Frost.

Besonders die kältetolerante Auwald- oder Wiesenzecke breitet sich seit Jahren stark aus. Sie wurde inzwischen in vielen Regionen Deutschlands nachgewiesen, auch im Norden. Mit ihr steigt das Risiko für Babesiose, eine durch Blutparasiten (Babesien) ausgelöste Erkrankung. Die Babesiose galt früher als klassische Reiseerkrankung ‒ heute jedoch gilt sie als in Deutschland heimisch.

Babesiose: früh erkennen, schnell handeln

Umso wichtiger ist ein wirksamer Zeckenschutz, der Zecken bereits vor dem Stich fernhält oder nach dem Anheften schnell und sicher abtötet, bevor die Erreger übertragen werden. Unbehandelt kann Babesiose zu Fieber, Blutarmut, Mattigkeit und schweren Organschäden führen. Eine frühe Diagnostik in der Tierarztpraxis verbessert die Heilungschancen deutlich.

Zeckenprophylaxe: individuell und lückenlos

Für den Zeckenschutz stehen verschiedene Präparate zur Verfügung – etwa Spot-ons, Halsbänder, Tabletten oder Injektionen. Die Wirkdauer reicht von einigen Wochen bis zu einem Jahr. Entscheidend ist, das passende Produkt gemeinsam mit der Tierärztin oder dem Tierarzt auszuwählen und es regelmäßig anzuwenden, wie der BfT empfiehlt. Die meisten Mittel schützen zusätzlich auch vor Flöhen, was besonders für aktive Tiere ein Plus ist.

Tägliches Absuchen bleibt Pflicht

Trotz Zecken-Prophylaxe sollte der Hund täglich kontrolliert werden – besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und zwischen den Zehen. Wird eine Zecke entdeckt, gilt: schnell und korrekt entfernen, nicht quetschen oder drehen und die Stelle desinfizieren.

Abb.: BfT

Zeigt das Tier Fieber, Mattigkeit oder Lahmheit, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig.

Fazit

Zecken stellen ein ganzjähriges Risiko dar. Wer auf tierärztlich empfohlene Prophylaxe setzt und sein Tier regelmäßig absucht, schützt es aktiv vor Babesiose und anderen zeckenübertragenen Erkrankungen.