Zehn Millionen Euro für Forschung an neuen Abwehrstrategien gegen Krebs5. November 2020 Prof. Dr. Jens Rettig Foto: © Oliver Dietze/ Universität des Saarlandes Der Europäische Forschungsrat ERC fördert an der Universität des Saarlandes ein Projekt mit 10 Mio. Euro. Ein internationales Team um den federführenden Physiologie-Professor Jens Rettig erforscht neueste Ansätze im Kampf gegen Krebszellen. Im Mittelpunkt stehen supramolekulare Angriffspartikel (SMAPs), die von körpereigenen Abwehrzellen (T-Zellen) gegen Tumorzellen eingesetzt werden. Die Erforschung von Strategien gegen die mannigfaltigen Erscheinungsformen von Tumoren ist eine Sisyphusarbeit, für die es kein Patentrezept gibt. Aktuell konzentriert sich die Forschung weltweit beispielsweise auf zytotoxische T-Zellen. Die Immuntherapien, die auf dieser Grundlage funktionieren, sind aber nicht nur sehr teuer, sondern auch belastend für die Patienten und stellen deren Immunsystem vor große Herausforderungen.Im mit einem ERC Synergy Grant hochkarätig geförderten Projekt „ATTACK“ (Analysis of the T cell’s Tactical Arsenal for Cancer Killing) möchte das Konsortium aus Homburg, Siena, Oxford und Toulouse die Wirkmechanismen präziser verstehen, mit denen zytotoxische T-Zellen gegen Tumorzellen vorgehen. „Damit hegen wir die Hoffnung, effizientere und zielgerichtetere Krebsbehandlungen entwickeln zu können, so dass zukünftige Therapien einerseits den Krebs besser bekämpfen und andererseits die Patienten weniger stark belasten werden“, erläutert Rettig die Zielstellung der Forscher.Im Detail möchten sich die Wissenschaftler langlebige supramolekulare Angriffspartikel (SMAPs) anschauen, die zum Arsenal der T-Zellen bei der Bekämpfung von Tumorzellen gehören. „Diese Waffe der T-Zellen war bislang weitgehend unbekannt. Wenn wir ihre Wirkungsweise nun besser verstehen, können wir auf dieser Grundlage möglicherweise neuartige Therapiekonzepte entwickeln, um gegen den Krebs vorzugehen“, so Rettig weiter.Die Aufgabe der saarländischen Wissenschaftler in dem Konsortium europäischer Forscher besteht darin herauszufinden, auf welche Weise genau die SMAPs von den T-Zellen freigesetzt werden. Die Kollegen aus Italien werden untersuchen, wie SMAPs hergestellt werden, die Briten aus Oxford untersuchen die eigentliche Wirkungsweise der Partikel. Und die französische Arbeitsgruppe schließlich blickt darauf, wie die Tumorzellen auf die Attacke der SMAPs reagieren.Die vier Arbeitsgruppen werden mit einer Summe von 10 Mio. Euro für sechs Jahre (2021-2026) gefördert. Neben den vier Arbeitsgruppenleitern werden sich insgesamt 40 Wissenschaftler an den zukünftigen Projekten beteiligen.
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