Zell-Linien-Experimente weisen auf Statin-Wirkung bei kastrationsresistentem Prostatakrebs20. Mai 2022 Statine könnten in Kombination mit Androgenrezeptorinhibitoren eine zukünftige Therapie bei metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom darstellen. Foto: roger ashford – stock.adobe.com Japanische Urologen haben mithilfe von Prostatakarzinom(PCa)-Zell-Linien eine Kombinationstherapie für das kastrationsresistente PCa aus neuartigen Antagonisten des Androgenrezeptors (AR) und Simvastatin untersucht. Dem Konzept liegt zugrunde, dass die De-novo-Androgensynthese aus intrazellulärem Cholesterin einer der Wachstumsmechanismen von CRPC ist, der durch Statine möglicherweise gehemmt werden kann. Die Wissenschaftler haben für ihre Studie die menschlichen PCa-Zell-Linien LNCaP, 22Rv1 und PC-3 verwendet und androgenunabhängige LNCaP-Zellen (LNCaP-LA) entwickelt. Sie führten eine Microarray-Analyse durch, gefolgt von einer Pathway-Analyse, und nutzten quantitative Echtzeit-Polymerase-Kettenreaktion bzw. Western-Blot für die Bewertung der mRNA-Synthese und der Proteinexpression. Die Zell-Lebensfähigkeit wurde durch Zellzählungen und einen kolorimetrischen Assay mit dem Tetrazoliumsalz MTS bestimmt. Alle Untersuchungen wurden an Zellen durchgeführt, die mit Simvastatin und mit oder ohne AR-Antagonisten (Enzalutamid, Apalutamid und Darolutamid) behandelt wurden. Die Kombination von Darolutamid und Simvastatin unterdrückte am deutlichsten die Proliferation in LNCaP-LA- und 22Rv1-Zellen. In einem von 22Rv1 abgeleiteten Maus-Xenotransplantatmodell verstärkte die Kombination von Darolutamid und Simvastatin die Hemmung der Zellproliferation. In LNCaP-LA-Zellen führte die Kombination von Darolutamid und Simvastatin zu einer Verringerung der mRNA-Expression der Androgen-stimulierten Gene KLK2 und PSA; diese Reduktion der Expression trat jedoch nicht in 22Rv1-Zellen auf. Expressionsveränderungen vieler Zellzyklus-Gene Die Microarray-Daten und Pathway-Analysen zeigten, dass die Anzahl der differenziell exprimierten Gene in den mit Darolutamid und Simvastatin behandelten 22Rv1-Zellen in dem als „Rolle des Zellzyklus“ bezeichneten Signalweg am höchsten war. Folglich konzentrierten sich die Forscher auf den Zellzyklusregulator Polo-like Kinase 1 (PLK1), die Cyclin-abhängige Kinase 2 (CDK2) und Cell Cycle Division 25C (CDC25C). In 22Rv1-Zellen unterdrückte die Kombination von Darolutamid und Simvastatin die mRNA-Synthese und Proteinexpression der zugehörigen Gene. Darüber hinaus verstärkte die Kombination von Simvastatin und Darolutamid in PC-3-Zellen, denen die AR-Expression fehlt, die Unterdrückung der Zellproliferation und Expression dieser Gene. Simvastatin verändert folglich die Expression vieler Gene, die am Zellzyklus in CRPC-Zellen beteiligt sind. Daher könnte die Kombination aus neuartigen AR-Antagonisten (Darolutamid) und Simvastatin das CRPC-Wachstum potenziell sowohl durch androgenabhängige als auch androgenunabhängige Mechanismen beeinflussen, schließen die Wissenschaftler. (ms)
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "Reproduktionsimmunologie: Jenaer Professor DGRM-Vorsitz" Reproduktionsimmunologie: Jenaer Professor DGRM-Vorsitz Mit Beginn dieses Jahres hat Prof. Udo Markert den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM) übernommen. Das hat das Universitätsklinikum Jena mitgeteilt.