Zelluläre Interaktionen um Amyloid-Plaques als neues Therapieziel bei Alzheimer4. Juni 2024 Das Knotenpunkt-Gen PLXNB1, von dem man annimmt, dass es ein Gen-Subnetzwerk antreibt, das kausal mit menschlicher Alzheimer-Krankheit verbunden ist, ist in reaktiven Astrozyten, die Amyloid-Plaques umgeben, hochreguliert. (Quelle: © Bin Zhang, PhD, Icahn Mount Sinai) Forscher der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York, USA, glauben einen Weg gefunden zu haben, das Fortschreiten der Alzheimer-Demenz zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Die Studie konzentriert sich auf die Rolle reaktiver Astrozyten und des Proteins Plexin-B1 in der Pathophysiologie der Krankheit. Die Kommunikation zwischen Gliazellen hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die Pathophysiologie der Alzheimer-Krankheit (AD). Wie die Forschenden zeigen konnnten, kontrollieren reaktive Astrozyten die Zelldistanzen in Glia-Netzen rund um Amyloid-Plaques, was den Zugang von Mikroglia zu Amyloid-Ablagerungen einschränkt. Gesteuert wird dieser Prozess den Orientierungsrezeptor Plexin-B1 (PLXNB1), ein Netzwerk-Hub-Gen, das bei Personen mit spät einsetzender AD in Plaque-assoziierten Astrozyten hochreguliert ist. Die Deletion von Plexin-B1 in einem Mausmodell der Alzheimer-Krankheit führte zu einer geringeren Anzahl reaktiver Astrozyten und Mikroglia in den Glia-Netzen rund um die Plaques, aber zu einer stärkeren Bedeckung der Plaques durch Glia-Prozesse, zusammen mit transkriptionellen Veränderungen, die auf eine geringere Neuroinflammation hindeuten. Darüber hinaus war eine geringere Ausdehnung der Glia-Netze mit einer insgesamt geringeren Plaque-Belastung, einer Verschiebung hin zu Plaques mit dichtem Kern und einer geringeren neuritischen Dystrophie verbunden. „Unsere Ergebnisse bieten einen vielversprechenden Weg für die Entwicklung neuer Behandlungen, indem wir die Art und Weise verbessern, wie Zellen mit schädlichen Plaques interagieren“, sagte Dr. Roland Friedel, außerordentlicher Professor für Neurowissenschaften und Neurochirurgie am Icahn Mount Sinai und einer der Hauptautoren der Studie. Die Forschungsergebnisse basieren auf der Analyse komplexer Daten, die gesunde Personen mit Alzheimer-Patienten vergleichen, um so die molekularen und zellulären Grundlagen der Krankheit zu verstehen. Eine der wichtigsten Errungenschaften der Studie ist den Forschenden zufolge die Validierung multiskaliger Gennetzwerkmodelle der Alzheimer-Krankheit. “„Diese Studie bestätigt nicht nur eine der wichtigsten Vorhersagen unserer Gennetzwerkmodelle, sondern bringt auch unser Verständnis der Alzheimer-Krankheit erheblich voran. Sie schafft eine solide Grundlage für die Entwicklung neuer Therapeutika, die auf solche hochgradig vorhersagenden Netzwerkmodelle abzielen”, erklärte Bin Zhang, PhD, Willard T.C. Johnson Research Professor of Neurogenetics am Icahn Mount Sinai und einer der Hauptautoren der Studie. Durch den Nachweis der kritischen Rolle von Plexin-B1 bei der Alzheimer-Krankheit unterstreiche die Studie das Potenzial gezielter Therapien zur Unterbrechung des Krankheitsverlaufs. „Unser ultimatives Ziel ist es, Behandlungen zu entwickeln, die das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verhindern oder verlangsamen können“, fügte Zhang hinzu und betonte das Engagement des Teams bei der weiteren Erforschung des therapeutischen Potenzials von Plexin-B1.
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