Zentrum für Interstitielle Zystitis in Witten zertifiziert29. April 2019 Die Klinik für Urologie am Ev. Krankenhaus Witten ist als Zentrum für Interstitielle Zystitis (IC) und Beckenschmerz zertifiziert worden. Chefarzt Andreas Wiedemann präsentiert das Zertifikat. Foto: Jens-Martin Gorny Hilfe bei extremem Harndrang und starken Beckenschmerzen bietet das Wittener Zentrum für Interstitielle Zystitis. Dieses ist jetzt zertifiziert worden. Schon das Wort für die Erkrankung ist kaum unfallfrei auszusprechen: Die Interstitielle Zystitis ist auch als chronisches Blasenschmerzsyndrom bekannt: „Betroffene leiden unter starken, oft unerträglichen Schmerzen in der Blase und im Unterbauch“, erklärt Prof. Andreas Wiedemann. „Dazu kommt heftiges, zwanghaftes Wasserlassen bis zu 40 Mal am Tag.“ Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie im Evangelischen Krankenhaus Witten und gehört zum Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke. Seine Klinik ist gerade zusammen mit der Gynäkologie und der Neurologie des Schwesterkrankenhauses in Herne als Zentrum für Interstitielle Zystitis und Beckenschmerz zertifiziert worden. Damit ist es erst die neunte Einrichtung im deutschsprachigen Raum, welche die hohen Anforderungen des Vereins ICA Deutschland – Förderverein für Interstitielle Zystitis erfüllt. Ursache unbekannt Die Interstitielle Zystitis ist eine Autoimmunerkrankung, die Ursachen sind ungeklärt. Vermutlich dringen Säureionen und Nahrungsbestandteile, die sich im Urin befinden, in die Blasenwand ein und verursachen dort eine Entzündung. Deutschlandweit sind pro Jahr etwa 25.000 Menschen betroffen, vor allem Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Die üblichen Medikamente gegen eine Reizblase helfen nicht. Außerdem ist die Erkrankung schwer zu diagnostizieren. „Im Schnitt dauert es neun Jahre bis zur Diagnose und Betroffene waren bei zirka 20 Ärzten“, berichtet Wiedemann. Zentrale Untersuchung zur sicheren Diagnostik ist eine spezielle Blasenspiegelung, bei der die Blase gedehnt wird. Ein typischer Befund, der sich nur bei diesem Krankheitsbild findet, sind punktförmige Blutungen aus der sonst gesunden Blasenwand. Außerdem werden bei diesem Eingriff Gewebeproben aus der Harnblase entnommen, die vom Pathologen speziell untersucht werden. So unterschiedlich wie der Befund sieht dann auch die Hilfe aus: „Wir kombinieren beispielsweise morphinhaltige Schmerzmittel, bestimmte Antidepressiva und Pentosanpolysulfat. Dieser Wirkstoff stellt die Isolationsschicht der Blasenschleimhaut wieder her und schützt sie vor schädlichen Urinbestandteilen.“ Auch eine spezielle Diät kann Linderung verschaffen, da beispielsweise Gewürze die Blasenwand reizen können. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kommen weitere Verfahren zur Anwendung, die auch bei der Behandlung der Harninkontinenz eingesetzt werden. Dazu gehören die Injektion von Botulinumtoxin in die Blase, Reizstrom und die sakrale Neuromodulation. (Universität Witten/Herdecke / ms)
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