„Zero Pay Day” für Niedergelassene15. November 2023 Foto: xtock – stock.adobe.com Ab dem 15. November werden niedergelassene Kassenärzte statistisch betrachtet nicht mehr ausreichend bezahlt. Nach Angaben der der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) geht den Arztpraxen in den Regionen nach und nach das Geld für den Rest des Jahres aus. Im Bundesdurchschnitt würden den Praxen zehn Prozent ihrer erbrachten Leistungen nicht vergütet. „Respekt und Hochachtung”, bezeugte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), seinen Kolleginnen und Kollegen. „Obwohl im Schnitt jede zehnte ärztliche Leistung nicht bezahlt wird, sind die Niedergelassenen und ihre Teams tagtäglich mit viel Herzblut für die Menschen in diesem Land da und leisten Unermessliches“, so Gassen weiter und erklärte: „Wenn die Praxen das täten, was die Politik per Gesetz vorgibt, dann müssten zehn Prozent an Untersuchungen und Behandlungen entfallen. In der Konsequenz müssten wir Kolleginnen und Kollegen raten, ihre Leistungen gesetzeskonform einzuschränken.“ Der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister wies darauf hin, dass die Situation der ambulanten Versorgung kritisch sei. „Die Praxen versorgen 578 Millionen Fälle im Jahr. Dabei leidet der ambulante Bereich an chronischer Unterfinanzierung“, so der KBV-Vize. „Das wird nicht mehr lange gut gehen. Die Politik scheint auf dem ambulanten Auge blind zu sein. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht schnell verbessern, droht der Praxenkollaps.“ Es sei an der Zeit, mit einer tragfähigen Finanzierung die faktischen Minusrunden der Praxen zu beenden. „Angesichts solcher schlechten Rahmenbedingungen wundert es nicht, wenn junge Kolleginnen und Kollegen sehr genau überlegen, ob sie sich niederlassen oder am Ende vielleicht gar nicht in der Versorgung arbeiten wollen“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner. So könne es nicht weitergehen. „Nicht nur, dass die Praxen der Niedergelassenen finanziell unzureichend ausgestattet werden – sie ersticken in Bürokratie und werden mit nicht ausgereiften Digitalisierungspflichten in ihrer täglichen Arbeit gelähmt“, kritisierte sie. Zum Hintergrund: Der 15. November ist für die Praxen Zero Pay Day – ab da bekommen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte statistisch betrachtet letztlich kein Geld mehr für die meisten Behandlungen gesetzlich krankenversicherter Patientinnen und Patienten. Das Datum stellt einen Durchschnittswert dar. Wann genau die Budgets exakt erschöpft sind, hängt von Standort und Fachrichtung ab.
Mehr erfahren zu: "GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet" GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet Fachärzteverbände fordern angesichts der Einsparüberlegungen im ambulanten Bereich eine gerechte Lastenverteilung und warnen davor, die ambulante fachärztliche Versorgung zum Nachteil der Patienten strukturell zu schwächen.
Mehr erfahren zu: "Reinigungsroboter im Miniaturformat" Reinigungsroboter im Miniaturformat Winzige, lichtgetriebene Nanoroboter können Bakterien mit hoher Präzision aufnehmen, transportieren und wieder freisetzen. Ein Forschungsteam an der Universität Würzburg hat nun gezeigt, wie sich solche mikroskopischen „Reinigungsroboter“ gezielt steuern lassen, […]
Mehr erfahren zu: "Tumorzelleigenes „Alarmsystem“ verbessert Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie" Tumorzelleigenes „Alarmsystem“ verbessert Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie Münchener Wissenschaftler haben mit einer Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 146.000 Euro zentrale Resistenzmechanismen von Tumorzellen gegenüber CAR-T-Zellen aufgedeckt.