Zukunftsaufgaben für O & U: Sektorengrenzen abbauen und freien Arztberuf stärken26. Oktober 2018 Gerd Rauch (Foto: Biermann Medizin, hr) Auf dem DKOU in Berlin zeigte Kongresspräsidnet Dr. Gerd Rauch (BVOU) vor Medienvertretern auf, welches die wichtigsten Handlungsfelder sind, in denen die Ärzte aktiv werden müssen, um das Fach zu stärken, aber auch die gesundheitspolitischen Herausforderungen zu meistern. “Wir tun uns extrem schwer mit neuen Versorgungsstrukturen und -modellen”, konstatierte Rauch. Die Politik fordere aber Konzepte von den Ärzten ein, die auch geliefert werden müssen, “da ansonsten über uns bestimmt wird”. Dabei machte er sechs Handlungsfelder aus, an denen es zu arbeiten gelte: 1. Wir brauchen eine bessere sektorenübergreifende Versorgung. 2. Wir brauchen mehr Planungssicherheit auf allen Ebenen. 3. Wir brauchen eine Verbund-Weiterbildung zwischen Kliniken und Praxen. 4. Wir brauchen engagierten Nachwuchs auf allen Ebenen. 5. Wir brauchen eine Stärkung des freien Berufs „Arzt“. 6. Wir brauchen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Krankenkassen. “Wir werden Vorschläge für gut definierte sektorenübergreifende Versorgungsmodelle entwickeln und dabei immer die optimale und hochqualitative Versorgung der Patienten im Blick haben. Die Sektorengrenzen zwischen ambulant und stationär müssen abgebaut werden”, erläuterte Rauch. Dazu brauche man aber auch Planungssicherheit in monetärer und juristischer Hinsicht. Eine Reform von EBM und GOÄ, des DRG-Systems, sowie eine Entbudgetierung der Grundleistungen und auch Rechtssicherheit bei den verschiedenen Kooperationsformen seien dabei unerlässlich. “Wir werden zudem mehr in die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Assistenzberufe investieren, vor allem muss das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie für junge Kolleginnen und Kollegen in Praxis und Klinik attraktiver ausgerichtet werden”, so sein Appell. Dringend notwendig sei zudem der immer wieder angemahnte Abbau bürokratischer Strukturen, auch mithilfe der Digitalisierung. “Wir werden uns auch noch intensiver für den Arztberuf als freien Beruf in Praxis und Klinik einsetzen müssen”, so Rauch weiter. Es gehe nicht an, dass die Entscheidungsfreiheiten der Ärzte immer weiter eingeschränkt werden. Als Beispiel nannte er die schrittweise Entmachtung von Chefärzten, die heute zum Teil nicht mehr entscheiden könnten, welche Prothesen bei Patienten eingesetzt werden, da die Kliniken Implantate über Einkaufsverbünde orderten, um Geld zu sparen. (hr)
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