Zusammenhang zwischen besseren Wohngegenden und niedrigeren Asthmaraten bei Kindern nachgewiesen8. September 2023 Foto: © Svitlana/stock.adobe.com Das Leben in einer Gegend, in der Ressourcen wie hochwertiger Wohnraum, gesunde Ernährung, Parks und Spielplätze sowie saubere Luft in der frühen Kindheit leicht verfügbar sind, ist mit einer niedrigeren Asthmainzidenz assoziiert. Das berichten die Autoren einer neuen Studie der US-amerikanischen National Institutes of Health im Rahmen des ECHO-Programms (Environmental Influences on Child Health Outcomes). Bei Kindern, die in wie beschrieben besser gestellten Stadtvierteln geboren wurden, lag die Asthma-Inzidenzrate bei 23,3 Fällen pro 1000 Kindern, während bei Gleichaltrigen, die in Vierteln mit sehr schlechten bzw. schlechten Chancen geboren wurden, die Raten bei 35,3 pro 1000 bzw. 27 pro 1000 lagen. „Informationen zum Wohnumfeld könnten Forschenden helfen, Kinder zu identifizieren, bei denen ein hohes Risiko dafür besteht, an Asthma zu erkranken“, formuliert Studienautor Dr. Izzuddin Aris, von der Harvard Medical School (USA). „Diese Informationen können auch als Grundlage für die Bemühungen von politischen Entscheidungsträgern, Forschenden und öffentlichen Gruppen dienen, deren Ziel es ist, die Gesundheit von Kindern zu verbessern und Gleichberechtigung in den Stadtteilen zu fördern.“ Die Autoren der aktuellen Studie ermittelten die Bedingung in der Wohngegen der Probanden mithilfe des Child Opportunity Index und des Social Vulnerability Index. Dabei wurden die Wohnanschriften der Familien der Kinder bei deren Geburt, im Säuglingsalter (0,5–1,5 Jahre) und in der frühen Kindheit (2,0–4,8 Jahre) mit Daten zu den in den Volkszählungsbezirken bzw. in der Wohngegend verfügbaren Ressourcen verknüpft. Lediglich der Child Opportunity Index, der diejenigen Ressourcen und Bedingungen in der Wohngegend misst, die für eine gesunde kindliche Entwicklung als wesentlich erachtet werden, ergab signifikante Zusammenhänge mit der Asthma-Inzidenz unter Kindern. Der Social Vulnerability Index misst Faktoren, die die Bevölkerung nach Naturkatastrophen oder von Menschen verursachten Unglücken vulnerabler machen. In ihrer Studie werteten die Forschenden Daten zu 10.516 Kindern an 46 ECHO-Forschungsstandorten aus, von denen seit ihrer Geburt ≥1 Wohnadresse bekannt war und für die eine ärztliche Asthmadiagnose vorlag. Die Unterschiede in der Asthma-Inzidenz blieben auch nach Berücksichtigung soziodemografischer Merkmale, der Asthma-Anamnese der Eltern und der Anzahl der Geburten der Mutter bestehen. „Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist zu untersuchen, ob Investitionen in die frühkindliche Gesundheit sowie in ökologische oder soziale und wirtschaftliche Ressourcen die gesundheitliche Chancengleichheit bei pädiatrischem Asthma fördern können“, fasst Aris zusammen.
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