Zusammenhang zwischen NAFLD und Makronährstoffen

© Nikki Zalewski – stock.adobe.com

Eine große bevölkerungsbezogene Studie hat gezeigt, dass ein hoher Konsum tierischer Proteine bei übergewichtigen, überwiegend älteren Frauen kaukasischer Abstammung unabhängig von den bekannten Risikofaktoren mit einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) assoziiert ist.

Im Gegensatz zu den Erkenntnissen aus älteren Arbeiten stützen die Ergebnisse der neuen Arbeit die Auffassung nicht, dass es einen nachteiligen Zusammenhang zwischen Mono­sacchariden und Disacchariden mit einer NAFLD gibt.

Obwohl ein gesunder Lebensstil die Erstlinientherapie bei NAFLD darstelle, gebe es keine spezifischen Ernährungsempfehlungen, berichten die Studienautoren zum Hintergrund ihrer Untersuchung. Sie wollten daher herausfinden, ob die Zusammensetzung von Makronährstoffen in der Ernährung mit einer NAFLD in Zusammenhang steht.

Die Teilnehmer der Rotterdam Study wurden zu ihrer durchschnittlichen Aufnahme von Makronährstoffen befragt und auf eine NAFLD hin untersucht. Die Makronährstoffe ­wurden unter Verwendung der Nährstoffdichtemethode analysiert und eingestuft (Q1–Q4). Logistische Regressionsanalysen wurden für sozio­demografische sowie Kovariaten den Lebensstil und den Stoffwechesel betreffend adjustiert. Zudem wurde eine Stratifzierung nach Body-Mass-Index (BMI) durchgeführt.
Insgesamt wurden 3882 Teilnehmer in die Analyse eingeschlossen (Alter 70±9; 58 % weiblich). Eine NAFLD wurde bei 1337 (34 %) Probanden festgestellt, von denen 132 als schlank und 1205 als übergewichtig eingestuft wurden.

Die Aufnahme von Proteinen insgesamt erwies sich nach Adjustierung um soziodemografische und Lifestyle-Kovariaten (ORQ4vsQ1 1,40; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,11–1,77) mit einer NAFLD aufgrund von Übergewicht assoziiert. Dieser Zusammenhang wurde durch tierisches Protein vermittelt (Odds Ratio [OR]Q4vsQ1 1,54; 95 %-KI 1,20–1,98). Nach Bereinigung um metabolische Kovariaten blieb nur tierisches Protein mit einer NAFLD aufgrund von Übergewicht assoziiert (ORQ4vsQ1 1,36; 95 %-KI 1,05–1,77). Mono­saccharide und Disaccharide standen mit einer geringeren NAFLD-Prävalenz (ORQ4vsQ1 0,66; 95%-KI 0,52–0,83) in Zusammenhang, wobei dieser Effekt sich nach Anpassung hinsichtlich der metabolischen Kovariaten und des BMI verringerte. Die Studienautoren fanden keine konsistenten Zusammenhänge mit Fett-Untergruppen oder Ballaststoffen.

Fazit
Ein hoher Konsum tierischer Proteine war bei übergewichtigen, älteren Frauen mit einer nicht alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) assoziiert. (ac)

Autoren: Alferink LJ et al.
Korrespondenz: Dr. Sarwa Darwish Murad, Department of Gastroenterology and Hepatology, Erasmus Medical Centre, Rotterdam 3000 CA, Niederlande; [email protected]
Studie: Association of dietary macronutrient composition and non-alcoholic fatty liver disease in an ageing population: the Rotterdam Study
Quelle: Gut 2019;68(6):1088–1098.
Web: gut.bmj.com