Zusammenhang zwischen polyphenolreicher Ernährung und Lungenfunktion

Lunge
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Laut einer aktuellen Studie, die Wissenschaftler aus Italien gerade in „Respiratory Medicine“ veröffentlicht haben, ist eine Ernährung mit höherem Polyphenolgehalt in der Allgemeinbevölkerung mit einer besseren Lungenfunktion assoziiert. Die Autoren der Arbeit führten eine Querschnittanalyse von Daten zu 4551 weiblichen und 5108 männlichen Teilnehmern (Alter ≥35 Jahre) der Moli-sani-Studie durch.

In der zwischen 2005 und 2010 laufenden epidemiologischen Studie waren die Risikofaktoren für kardiovaskuläre und onkologische Erkrankungen und Tumoren bei Erwachsenen in der Region Molise untersucht worden. An der prospektiven Untersuchung hatten 24.325 Einwohner der Region im Alter von mindestens 35 Jahren teilgenommen. Primäre Endpunkte der Studie waren primäre kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Diabetes in einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren.

Die für die aktuelle Studie untersuchten Personen wurden nach dem Zufallsprinzip aus der Allgemein­bevölkerung rekrutiert. Um festzustellen, welche Nahrungsmittel die Probanden üblicherweise in welchen Mengen zu sich nahmen, wendeten die Studienautoren den EPIC-Norfolk Food Frequency Questionnaire (EPIC-FFQ) an. Wie viel Polyphenol die Studienteilnehmer aufnahmen, wurde mithilfe des eBASIS (Bioactive Substances in Food Information Systems) der European Food Information Resource (EuroFIR) berechnet und der Polyphenolantioxidanzien-Gehalt (PAC-Score) festgestellt, um zu ermitteln, wie viel dieser Nährstoffe in den Mahlzeiten enthalten war. Die Wissenschaftler führten außerdem Messungen der forcierten Vitalkapazität (FVC) und der 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) durch.

Bei beiden Geschlechtern zeigte die Mehrheit der Polyphenol-Klassen (mg/Tag) in nach Alter, Körpergröße und Energieaufnahme adjustierten Modellen einen positiven Zusammenhang mit der FEV1, der FVC sowie jeweils der FEV1 und der FVC in % vom Vorhersagewert (β-koef >0; p<0,05). Die Zusammenhänge blieben auch nach Adjustierung bezüglich verfälschender Faktoren in den meisten Fällen bestehen (β-koef >0; p<0,05).

Der PAC-Score stand bei beiden Geschlechtern mit einem Anstieg der Lungenfunktionsparameter in Zusammenhang (β-koef >0; p<0,05), so das Ergebnis der Analyse. Wurde die Leukozytenzahl in das multi­variable Modell mit einbezogen, reduzierte dies laut den Studienautoren den Zusammenhang bei Männern, nicht aber bei Frauen.

Fazit
Ein höherer Gesamtpolyphenolgehalt in der menschlichen Ernährung war in der Untersuchung mit einer besseren Lungenfunktion verbunden.

Autoren: Pounis G et al.
Korrespondenz: Licia Iacoviello, Laboratory of Molecular and Nutritional Epidemioloy, Department of Epidemiology and Prevention, IRCCS Istituto Neurologico Mediterraneo Neuromed, Via dell’Elettronica, 86077 Pozzilli (IS), Italien; [email protected]
Studie: Favorable association of polyphenol-rich diets with lung function: Cross-sectional findings from the Moli-sani study
Quelle: Respir Med 2018;136:48–57.
Web: www.resmedjournal.com