Zusammenhang zwischen vorzeitiger Menopause und Sterberisiko entdeckt13. Mai 2024 Foto: © fizkes/stock.adobe.com Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Wechseljahre kommen, haben ein höheres Risiko, früh zu sterben, können aber ihr Risiko mit einer Hormontherapie senken. Dies zeigen Forschungsergebnisse aus Finnland*. Diese finnische Langzeitstudie ist die größte, die zum Zusammenhang zwischen verfrühter Menopause bzw. vorzeitiger Ovarialinsuffizienz (POI) [definiert als Wechseljahre vor dem 40. Lebensjahr] und Sterblichkeit durchgeführt wurde, heißt es in der Pressemitteilung der European Society of Endocrinology. Laut den Forschern unterstreiche sie die Bedeutung regelmäßiger medizinischer Untersuchungen und einer angemessenen Hormontherapie bei diesen Frauen. In dieser Studie untersuchten Forscher der Universität Oulu und des Universitätskrankenhauses Oulu in Finnland 5.817 Frauen, bei denen zwischen 1988 und 2017 eine spontane oder chirurgische vorzeitige Ovarialinsuffizienz diagnostiziert wurde. Sie verglichen diese Frauen mit 22.859 Frauen ohne POI und stellten fest, dass Frauen mit spontaner vorzeitiger Ovarialinsuffizienz ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, an einer beliebigen Ursache oder an einer Herzerkrankung zu sterben, und ein mehr als viermal so hohes Risiko, an Krebs zu sterben. Bei Frauen, die mehr als sechs Monate lang eine Hormonersatztherapie einnahmen, sank das Risiko einer Gesamt- und Krebssterblichkeit jedoch um etwa die Hälfte. Bei Frauen mit vorzeitiger Menopause aufgrund einer Operation war das Sterberisiko nicht erhöht. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Frauen mit vorzeitigen Wechseljahren ein höheres Risiko für einen frühen Tod haben. Dieser Zusammenhang wurde jedoch noch nie in so großem Umfang bei Frauen untersucht und über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren verfolgt, heißt es. „Unseres Wissens ist dies die größte Studie, die über den Zusammenhang zwischen vorzeitiger Ovarialinsuffizienz und dem Sterberisiko durchgeführt wurde“, erklärt Hilla Haapakoski von der Universität Oulu. Sie fügt hinzu: „Unsere Studie ist eine der ersten, die sowohl die chirurgische als auch die spontane vorzeitige Ovarialinsuffizienz in Bezug auf die Gesamtmortalität, die kardiovaskuläre und die krebsbedingte Mortalität von Frauen untersucht und prüft, ob eine Hormonersatztherapie von mehr als sechs Monaten das Mortalitätsrisiko senken kann. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Gesundheit von Frauen mit spontaner vorzeitiger Ovarialinsuffizienz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte, um die Übersterblichkeit zu senken.“ Forschung zur langfristigen Anwendung einer Hormontherapie Als Nächstes wird das Team unter anderem untersuchen ob die langfristige Anwendung einer Hormontherapie die Leiden der Betroffenen beeinflusst. „Die verschiedenen Gesundheitsrisiken von Frauen mit vorzeitiger Ovarialinsuffizienz sind nicht gut erkannt worden, und die Anwendung einer Hormontherapie wird oft vernachlässigt. Wir hoffen, die Gesundheit dieser Frauen verbessern zu können, indem wir die Angehörigen der Gesundheitsberufe und die Frauen selbst für die Risiken sensibilisieren“, so Haapakoski. *Die Ergebnisse der Studie wurden auf dem 26. European Congress of Endocrinology (ECE 2024) in Stockholm, Schweden, vorgestellt. Der Kongress fand vom 11. bis 14. Mai 2024 statt.
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