Zusatzbehandlung mit Glenzocimab bei Schlaganfall erfolgreich getestet13. Februar 2024 MRT-Aufnahme der Hirngefäße. (Foto: © DedMityay – stock.adobe,com) Beim Schlaganfall gilt: Zeit ist Hirn. Denn je schneller das Blut nach einem akuten ischämischen Schlaganfall wieder normal fließen kann, umso geringer sind die Schäden im Gehirn. Dazu müssen die Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst und gegebenenfalls zusätzlich mechanisch entfernt werden. Ein internationales Forschungsteam hat nun im Rahmen der ACTIMIS-Studie den Nutzen eines neuen Medikaments überprüft und in „The Lancet Neurology“ veröffentlicht. Das Medikament Glenzocimab wurde zusätzlich zur Standard-Behandlung getestet, hat sich als sicher und wirksam erwiesen und konnte das Sterberisiko um fast ein Drittel senken. Die Studie wurde in Deutschland durch Prof. Martin Köhrmann, stellvertretender Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen und Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, geleitet. Glenzocimab ist ein Antikörperfragment, das die Wirkung des Blutplättchen-Glykoproteins VI hemmt, ein sogenannter GP-VI-Antagonist. Im Rahmen der Studie wurden 1000 mg Glenzocimab zusätzlich zur Standardtherapie innerhalb von 4,5 Stunden nach Beginn der Schlaganfall-Symptome verabreicht. Auf diese Weise verringerte sich die Häufigkeit von therapiebedingten schwerwiegenden Blutungskomplikationen im Gehirn im Vergleich zu einem Placebo von zehn auf null Prozent, das Sterberisiko sank von 21 auf acht Prozent. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass vor allem Patienten mit schweren Schlaganfällen, bei denen nach Standardtherapie ein erhöhtes Risiko für intrakranielle Blutungen besteht, am meisten von der Behandlung mit Glenzocimab profitieren könnten“, fasst Köhrmann zusammen. Dies wird aktuell auch in der Folgestudie „Actisave“ an deutlich mehr Patienten untersucht. Hier ist Köhrmann einer der beiden Studienleiter weltweit.
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